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Montag, 26. September 2016

Wieder mal gehts ab in die Luft....

Wieder mal gehts an den Fundus der Luftaufnahmen, die wir im Stadtarchiv aus dem Bestand der Kreisfilmbildstelle erhalten haben.
Die abgebildeten Ortschaften kennen wir im Archiv diesmal bereits - ich glaube auch, dass die Lösung diesmal gar nicht so schwer ist.
Also los gehts:
ein schönes Dorf gleich in der Nachbarschaft
jetzt müßte alles klar sein....

weiter geht der Flug über die Fabrik in Richtung zum nächsten Dorf


Ankunft beim nächsten Nachbarn

ein größeres Detail

im Vorbeiflug...
Ich denke bei den Bildern gabs heute nicht viel zu Rätseln, aber die Details sind schön anzusehen von der Luft aus....viele Spaß

Sonntag, 25. September 2016

Historische Einkehr

Diesmal erstmalig im Restaurant "Zur Ziegelhütte"




bereits im 17. Jahrhundert waren die Lehmvorräte der Kötztinger Lehmgrube erschöpft und die Bürger suchten nach einer Alternative. Auf dem Gebiet des Marktes selber wurden sie nicht fündig und so sollte es ein Feld in der Flur der Beckendorfer Bauern sein, welches aber der Grundherrschaftb des Klosters Rott unterworfen war. Nach langen Verhandlungen konnte ein Vertrag geschlossen werden und danach war dies für Jahrhunderte die Ziegelbrennerei für Kötzting und die nahe Umgebung.

Die Organisation des Ziegelbrennens unterlag einem Ziegelherren, einem Mitglied des Magistrates. Im 20. Jahrhundert war es dann die Ziegelei Weixel, die den Ortseingang Kötztings von dieser Seite dominierte.

Ich möchte ein wenig vom Verhältnis der "reichen" Beckendorfer Bauern mit den Bewohnern der Hofmark Reitenstein erzählen, es geht da zumeist um Streitigkeiten wegen Einweidens der Schafe aus Reitenstein in den Beckendorfer Gründen.
Dann haben wir noch den Räuber Heigl, gebürtig  aus Beckendorf, später wohnhaft in Arndorf und 10 Jahre lang gesucht und gejagt von den Kötztinger Gendarmen.
Am Rande geht es dann auch noch ein wenig um den Sperlhammer.


 Der Vorverkauf  beginnt bereits  in der Kurverwaltung Bad Kötzting.

Nachdem wir vor wenigen Jahren die Renovierung der Kapelle gefeiert haben, hier
nun der Bericht über einen Jahrtag der FFW Sperlhammer anlässlich ebenfalls
einer Kapellenerneuerung in den 50er Jahren





Donnerstag, 22. September 2016

Kötztinger erste Eisdiele....nur ein kurzes Rätsel zwischendurch

Das ist jetzt eine Frage an die alten Kötztinger, - ich kenne natürlich diesmal das Ergebnis - es stammt schließlich aus einem Zeitungsartikel - aber zuerst habe ich auch mal kurz nachdenken müssen... wir schreiben den Mai 1961, genauer das Pfingstwochenende 1961

also: WO WAR DAS ?

 Viel Spaß
Lösung:weiter unten
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Lösung:

Ich hab das Lokal als Cafe Central, CC in Erinnerung vor allem auch weil ich dort MANCHEN Sonntagvormittag mein Klingelbeutelfünfzgerl am Stammtisch als Zuschauer bei den Schafkopfern verbraucht habe. Auch an ein einige Kinderfaschingsveranstaltungen erinnere ich mich. Heigl Barbara, die Tochter war vor wenigen Jahren bei mir und hat mir einige Bilder aus unserer/ihrer Kinderzeit in Kötzting überlassen.


Donnerstag, 25. August 2016

Der Schi-Stra-Bus - ein Beruhigungspflaster für den Bayerischen Wald


Der Schi-Stra-Bus und die Zellertalbahn


Bild von Michael Bauer vom DGEG Museum in Westerwald Schi-Stra-Bus bei einer Museumsfahrt 2002
Kötztinger Umschau von 1955

Der Kampf um die Zellertalbahn reicht zurück bis weit in das 19. Jahrhundert, schon die erste Industrieansiedlung Kötztings im Regenstein durch den in Eschlkam geborenen Schriftsteller Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt, gründete auf der Phantasie, dass mit dieser Bahn der Rohstoff Holz und die Papier- und Pappe- Fertigprodukte preiswert zu den Kunden und Abnehmern gefahren werden könnten. Aus dem großen Projekt wurde ein Pleiteunternehmen, weil die Bayerwald Eisenbahn Linie nicht über Kötzting sondern über Viechtach und Teisnach hinaus nach Deggendorf und Plattling geführt worden war.
Viele Jahrzehnte später wurde dann Kötzting selber an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Anschließend kam die Strecke Lam Kötzting-Zellertal zur Ausführung - vorerst noch ohne eine direkte Verbindung der beiden Teilstrecken, weil der damalige Kötztinger Bürgermeister Kollmeier die Abgabe des dazu notwendigen Wiesengrundes verweigerte. Diese Weigerung erbrachte als, eigentlich provisorisches, Ergebnis einen Kötztinger Nebenbahnhof, den Bahnhof Zellertal, so dass unser eigentlicher Bahnhof  - und im Internet bei Buchungen ist er auch so vermerkt- Kötzting Hauptbahnhof heißen müsste.

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte dann der Lückenschluss über Miltach nach Straubing.
In den zwanziger Jahren kam dann wieder die Idee der Zellertalbahn auf und viele interessierte Kräfte versuchten diese Idee zu realisieren aber erneut war es die Waldbahn, die sich als Regentalbahn durchsetzte und den Streckenschluss von Viechtach nach Blaibach folglich realisieren konnte.

Bei vielen Entscheidungen gegen die Zellertalbahn waren es durchaus wirtschaftlich Gründe, die in den schweren Zeiten gegen den Bau sprachen  aber manchmal auch der nachgewiesene Einfluss der Regentalbahn in Viechtach der in München als Bremser wirkte.

Kötztinger Umschau Februar 1950
Dieser Einfluss wird vor allen dann ab 1949 deutlich, als diese Bahn von vielen Bürgermeistern (von Cham bis Zwiesel) und vor allem von den vielen tausenden Arbeitslosen als der große Heilbringer angesehen wurde.
















Kötztinger Umschau Dezember 1949, die Kräfte werden gebündelt







 Liest man die vielen Zeitungsberichte und die Protokolle der Politikerreisen aus den Jahren 1949 bis 1953 so ist der Ablauf ein beredtes Zeichen für unterschiedliche Einflussnahmen auf die verschiedenen Entscheidungsträger.





Ganz grob kann man sagen, dass, angeschoben zuerst vom Bundestagsabgeordneten Ludwig Volkholz, sich ein Zellertalbahnkomitee gegründet hatte, in welchem sich die Bürgermeister der interessierten Städte und Gemeinden zusammenschlossen (in der Zeitung heißt es: natürlich ohne Viechtach). Der Bundesverkehrsminister wurde eingeladen und befürwortete die Strecken, die Bundesbahn befürwortete die zellertalbahn ebenfalls, stellte aber klar, dass angesichts der leeren Kassen ein Neubau auf ihre Kosten nicht in Frage käme. München sollte nach der Vorstellung der Bundesbahn den Neubau finanzieren und dort wollte der Bundesverkehrsminister auch vorstellig werden. Aber bei der Abstimmung im Landtag in München berichtet die Presse nachträglich von einer entscheidenden Einflussnahme der Regentalbahn auf die Abgeordneten.

Also ganz grundsätzlich zwei Lager: die Zellertalanlieger und der Bund dafür, München, die Post mit ihrem Bussystem und Viechtach mit der Regentalbahn AG waren dagegen.













Wie das Kaninchen aus dem Zylinder zog nun die Deutsche Bundesbahn den Schi-Stra-Bus, den Schienen Straßen Bus hervor. Ein, heutzutage würde man sagen, Hybridantrieb ermöglichte es dem Fahrzeug sowohl auf der Schiene als auch auf der Landstraße im Zellertal zu fahren. Der Zug kam in Kötzting von Cham kommend an, wurde dort hydraulisch angehoben und von dem Drehkranz der Schienen herunter auf seine Räder gehoben. anschließend fuhr der Bus auf der - sehr maroden - Zellertalstraße bis nach Bodenmais, wo er wiederum auf die Schienen der Bundesbahn wechselte.

Im Detail war der Einsatz, lt Wikipedia auf der Strecke Passau Cham geregelt:

Einsatz


Passau–Cham

Die ersten drei Serienfahrzeuge wurden mit Beginn des Sommerfahrplans ab dem 8. Juni 1953 auf der Strecke von Passau nach Cham eingesetzt:

Von den 140,7 Kilometern Gesamtstrecke wurden somit 63,8 auf Schienen zurückgelegt. Für das Umsetzen von der Schiene auf die Straße und umgekehrt wurden jeweils zehn Minuten eingeplant. Zusätzlich erfolgte ein Fahrtrichtungswechsel im Bahnhof Zwiesel. Die gesamte Reisezeit betrug fünfeinhalb Stunden. Die Verbindung wurde einmal täglich angeboten. Weil es in Cham keine Unterstellmöglichkeit gab, verlängerte man sie später unter Nutzung der Bahnstrecke Schwandorf–Furth im Wald um 19,2 Kilometer bis Furth im Wald. Hierzu war ein weiterer Fahrtrichtungswechsel in Cham erforderlich.
Die Verbindung im Bayrischen Wald bestand bis zum Ende des Sommerfahrplans 1956 und wurde vor allem wegen der im Winter auftretenden Traktionsprobleme aufgegeben. Als einzige der Verbindungen mit dem Schienen-Straßen-Omnibus erhielt sie unter der Nummer 426h eine eigene Fahrplantabelle im Kursbuch der Deutschen Bundesbahn und war deshalb auch in der beiliegenden Karte mit einer besonderen Signatur eingezeichnet.

Lt den Berichten in der Kötztinger Umschau wurde allerdings zuerst einmal im Februar 1957 für ein paar wenige Tage der Betrieb eingestellt, im darauf folgenden Sommer allerdings tauscht das Fahrzeug nicht mehr auf.


Gesagt getan, mit großem Pomp wurde die Betriebsaufnahme in Kötzting und die erste Ankunft in Arnbruck gefeiert. Kurz zuvor war die Deutsche Post mit einem Einspruch gescheitert.

Kötztinger Umschau 1953


Kötztinger Umschau 1953

die Fahrplanmässige verbindung von Passau nach Cham beginnt, Kötztinger Umschau von 1953
 Hier und folgend einige Aufnahmen, die ich von unserem Schi-Stra-Bus aus einem Film des Bundesfilmarchivs als Standbilder herauskopiert habe:

Der Film beginnt in Cham, dann folgt die geschlossene Schranke in Chamerau mit dem Stocker Haus im Hintergrund und dann der Fahrwerkswechsel auf dem Kötztinger Bahnhof.















Ein großes Hindernis - oder zumindest eine große Schwierigkeit für das Fahrzeug - aber war der Zustand der Zellertalstraße - ein anderes Projekt, dass schon seit Jahrzehnten in der Schublade gelegen war -  der für den doch relativ großen Schi-Stra-Bus einige gefährliche Begegnungen mit anderen Kraftfahrzeugen brachte.
Noch 1957 zeigt ein Bild der Ausbesserungsarbeiten dieser Straße in welch katastrophalem Zustand der Straßenbelag war und es ist ein Wunder, dass die Bundesbahn sich auf dieses Experiment überhaupt einließ.

Zellertalstraße kurz vor Traidersdorf im Jahre 1957 - auf dieser Straße mußte der Schi-Stra-Bus täglich fahren....und das auch im Begegnungsverkehr mit diversen Lastwägen,was auch häufiger zu Unfällen führte..

Wie in Wikipedia nachzulesen, wurde der Betrieb des Schi-Stra-Busses nach Ablauf des Sommerfahrplanes 1956 eingestellt, weil es in den Wintermonaten auf den Straßen des Bayerischen Waldes unüberwindliche Schwierigkeiten gegeben hatte.


Laut dem Bericht in der Kötztinger Umschau aber wurde der Betrieb zumindest noch bis Februar 1957 fortgesetzt, dann erlaubte der Straßenzustand keine Weiterführung mehr und im Sommerfahrplan 1957 gab es dann keinen Schi-Stra-Bus in Kötzting mehr


Am Ende nun ein link auf den Film in Bundesarchiv, im Laufe der Wochenschau des Jahres 1953 taucht auch unser Schi-Stra-Bus auf, aber auch der Rest des Filmes ist interessant
Die Zeitungsauschnitte stammen alle von der Kötztinger Umschau, die in der UNI Bibliothek in Regensburg archiviert ist.


Eine Zufallsbegegnung brachte noch einen schönen Fund für diese Straßen- Schienenverbindung und auch den Beweis wie klein und vernetzt diese Welt mittlerer weile ist.
Letzten Mittwoch, Anfang September kommt eine mail aus dem Stadtarchiv Amberg, weil der dortige Archivdirektor in einem meiner Beiträge die Familie Hubrich gefunden hatte - Google machts möglich - und er über Eugen Hubrich, einen unserer Ehrenbürger, einen Bericht zusammenstellt, den wir übrigens nach der Veröffentlichung erhalten werden. Ein Wort gab im Gespräch das andere und ich konnte ihm einiges an Material aus unserem Archiv zusammenstellen. In diesem Zusammenhang sah ich in den Unterlagen, die der Arbeitskreis Heimatfoschung Kötzting von Hubrich gesmmelt hatte das Manuslript eines Theaterstücks von Hubrich, der genau diese Verkehrsverbindung in einem Einakter als Komödie thematisiert.
Er entwirft ein Szenario, dass die Einweihung genau am Pfingstmontag stattfinden sollte und sich im Zellertal der Schi-Stra-Bus und der gerade stattfindende Pfingstritt begegnen würden, was dann angesichts der Straßenbreite und der Zuggröße nur in einer Katastropühe enden kann.
Hier nun ein paar Seiten aus dem Originalmanuskript mit dem Höhepunkt und ein paar Pfingstszenen:

Fahr ma oder fahrma net?
Schwank in 1 Akt vond er Eröffnung der Zellertalbahn Bodenmais Kötzting
von Eugen Hubrich


erste Seite







Beschreibung der Kötztinger scweren Pferderassen, die "Auwosserer Lanschwoifler"

der Zusammenstoss in der Pfingstreiterstraße bei der Konservenfabrik







Dienstag, 26. Juli 2016

Der große Preis von Kötzting


 Es ist eine gleichbleibende Erinnerung aus meiner Kinderzeit, hat Viechtach etwas (Realschule, Stadterhebung, Schwimmbad u.ä.) dann muss Kötzting gleichziehen, man will ja nicht zurückfallen und vermutlich galt dies auch umgekehrt.

Die amerikanische Militärregierung veranstaltete im Rahmen der GYA (=German Youth Activities, einem Umerziehungsprogramm für die deutschen Kinder und Jugendlichen) in Viechtach ein Seifenkistl-Rennen, das zu den landesweiten Ausscheidungsrennen gehörte. Die Sieger fuhren dann in Regensburg einen Zwischenentscheid, der dann in einen Landesentscheid mündete, der in München ausgetragen werden sollte.

Auch wenn die Kötztinger Kinder nach Viechtach eingeladen waren und dort starten durften, kann es doch nicht sein dass   >>>>>>

Kötzting organisiert seinen eigenen "Großen Preis von Kötzting"
 
jetzt bekommt auch Kötzting seinen "Großen Preis"


das ist die Vorankündigung der Veranstaltung

das Rahmenprogramm des Seifenkistlrennens

 Dieses Rennen wird von amtlicher Seite sehr ernst genommen.
Im Archiv des Landratsamtes Kötzting im Staatsarchiv Landshut befindet sich noch das offizielle Rennheft, sozusagen der Flyer der Veranstaltung.


das offizielle Plakat

video
Aus der Hand von Siegfried Ehemann haben wir sogar einen Film von dieser Veranstaltung im Stadtarchiv, hier ein paar kurze Ausschnitte:
Dieser Filmausschnitt läuft vermutlich nicht auf einem Smartphone, auf dem PC gehts dann gut !!

Titelblatt des Rennprogramms

Teilnehmerliste

Programmablauf

diese Preise gab es zu gewinnen

Die Siegespreise konnte man schon vorher besichtigen.
Interessant ist hier, dass die jetztige "untere" Marktstrasse damals noch "oberer" Bahnhofstraße genannt worden war. Die Umbenennung und die Verteilung der heutigen Hausnummern erfolgte erst Jahre später.









und nun gings los:
Teilnehmerfeld, links vorne Erich Dattler



das Rennen

 die Siegerehrung:


video

Dieser Filmausschnitt läuft vermutlich nicht auf einem Smartphone, auf dem PC gehts dann gut !!

Dattler Erich, der zweite von links, wurde zweiter bei dem Rennen

 






Das war der "Große Preis von Kötzting" aus dem Jahre 1949