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Montag, 26. November 2012

Kötzting im Jahre 1903




Der Kötztinger Anzeiger, gedruckt und bearbeitet von der Druckerei Vitus Oexler in Kötzting, war eine Lokalzeitung, die zweimal wöchentlich erschien und die im wesentlichen redaktionelle Beiträge überregionaler Blätter und Agenturen druckte. Zu einem kleinen Teil wurden eigene Berichte eingefügt¸ gleichzeitig diente das, meist vier- oder achtseitige, kleinformatige Blatt auch als Werbeträger und Anzeigenblatt.

Rudolph Häfner, nun Voithenleitnerhaus
(1)

Bis auf ganz wenige, in Privatbesitz befindliche, Einzelexemplare galt diese Nachrichtenquelle als verloren. Zur großen Überraschung zeigte sich, dass die Bayerische Staatsbibliothek in München anscheinend zu den Abonnenten dieser Zeitung gehörte und den kompletten, fast vollständigen Bestand von 1900 bis 1938, gebunden, im Archiv hat(2). Es fehlen nur die Jahrgänge 1914 und 1917. In den Jahresbänden während der revolutionären Zeiten und der Depression, nach dem ersten Weltkrieg, fehlen ein paar Einzelnummern. Diese sind wohl auf dem Weg nach München zur königlichen Staatsbibliothek buchstäblich auf der Strecke geblieben; insgesamt aber kann man den Bestand als vollständig ansehen und auswerten.

Das Pfingstfest vor 100 Jahren bringt für Kötzting eine wichtige Neuerung, die neue Druckwasserleitung in den Markt herein. Als sichtbares Zeichen wird dazu der  Marienbrunnens auf dem Marktplatz am Pfingstmontag vor der Feldmesse eingeweiht.
Noch beim letzten Marktbrand, im April 1899, war der Wassermangel eine der Hauptursachen der Feuerausbreitung. Im Bericht im Chamer Anzeiger des Jahres 1899 wird in lebendiger aber vorwurfsvoller Weise die Brandnacht geschildert.
Cham, 17. April. In nicht geringen Schrecken wurden am Samstag Nacht gegen 11 Uhr die Bewohner unserer Stadt versetzt als sie durch Feuersignale des Thürmers und der Feuerwehr aus dem Schlafe geweckt wurden. Glücklicher Weise war durch eine am Himmel weithin sichtbare Brandröthe sogleich bemerkbar, dass der signalisierte Brand auswärts sei und bald darauf lief auch schon von dem benachbarten Markte Kötzting ein Telegramm ein, welches besagte, dass der halbe Markt in Flamen stehe und Hilfe dringend erbeten wird. Auf verlangen wurde eine Lokomotive mit einigen Wägen hierhergeschickt welche um ½ 1 eintraf und schon einige Minuten später dampfte ein Extrazug von hier ab, der mit über 30 Feuerwehrmännern und ebensoviel Civilpersonen besetzt und mit zwei Feuerspritzen beladen war. Bei Ankunft desselben bot sich ein trauriges Bild, ein ganzes Häuserviertel mit Hintergebäuden, Stallungen und Scheunen war von dem Feuer ergriffen und zum großen teil schon eingeäschert. Das Feuer war Nachts 10 ¼ Uhr in den Hintergebäuden des Gastwirts Rötzer ( jetzt Bäckerei Pongratz) am oberen Markt ausgebrochen und breitete sich nach der Kirche zu, sowie der Straße entlang nach rechts aus, so dass das Feuerherd ein vollständiges Viereck bildete, Im Ganzen sind 9 Wohnhäuser mit Hintergebäuden und 11 Scheunen ein Raub der Flammen geworden. Leider sind auch zwei Menschenleben zu beklagen; ein bei dem Bäckermeister Krämer in Arbeit stehender 14jähr. Lehrling und ein 19jähr. Bäckergeselle, der an diesem Tage dem Bäckermeister aushalf, welche beide im Hinterhause schliefen, sind im Rauche erstickt; deren Leichen wurden erst im Laufe des gestrigen Tages aufgefunden, dieselben waren ganz verkohlt. Die Kinder des Bäckers sowie das Kindermädchen, letzteres nur mit dem Hemd bekleidet, konnten nur mit knapper Not gerettet werden. Auf der Rötzerschen Gastwirtschaft  sind am Samstag Nachmittag junge Eheleute aus Teisnach als Pächter aufgezogen und in derselben nacht ist deren ganzes Mobiliar nebst 500 M Baargeld verbrannt. Getreide, Futtervorräte, Holz, Kohlen u.s.w. sind vernichtet, Mobiliar wurde vielfach gerettet; ein Pferd kam ebenfalls in den Flammen um. An der großen Verbreitung des Feuers war hauptsächlich Wassermangel schuld, denn die in der Nähe befindlichen Brunnen waren bald leer und eine Strecke weit her aus dem Regenflusse das Wasser herbeizuschaffen oder an den dort aufgestellten Löschmaschinen zu pumpen, dazu waren die jungen Leute zu faul, dieselben steckten lieber beide Hände in die Hosentaschen und standen als müssige Gaffer umher. Mehrere Spritzen sah man verlassen in den Straßen und am Regenflusse stehen. Mit wahrer Bravour haben nach ihrer Ankunft die Chamer Feuerwehr und Civilpersonen gearbeitet und nur ihren vereinten Anstrengungen mit Hilfe der Feuerwehr Arrach war es zu danken, dass mehrere Stunden zwei Schlauchleitungen mit Wasser gespeist wurden. Noch im Laufe des ganzen gestrigen Tages züngelten die Flammen aus dem Schutthaufen hervor. Über die Entstehungsursache des Feuers ist Näheres nicht bekannt. Dieser Wassermangel im Markt, mit der Gefahr, dass in einem strengen Winter die Leitungen auch noch zufrieren konnten, sollte mit einer neuen Wasserleitung beseitigt werden.
Im Mai 1903 ist es dann soweit ...nachdem nämlich die Marktsgemeinde und an ihrer Spitze der auf Hebung  und stete Verbesserung der Ortsverhältnisse bedachte Magistrat unter energischer Unterstützung durch den kgl. Bezirksamtmann, Herrn Koerbling, nunmehr kgl. Regierungsrat in Ansbach, dem Marktflecken eine Hochdruckwasserleitung beschafft hat, wurde dieses Werk noch mit einer Schöpfung gekrönt, welche religiösen Gefühlen Ausdruck verleihen soll. Herr Johann Lindner, Holzhändler von Sperlhammer, stiftete nämlich in großherziger Weise für den aus der Wasserleitung gespeisten Brunnen bei der St. Veitskirche eine herrliche Mariensäule, welcher eine würdige Umgebung zu schaffen der Magistrat sofort bereit war und diesem Werke, sowie der ganzen Wasserleitung sollte nun die kirchliche Weihe erteilt werden.(3)Bezirksamtmann Koerbling, der maßgeblich die Erbauung der Wasserleitung betrieb, wurde wenige Wochen zuvor nach Ansbach versetzt und feierte am 29. Mai im Deckerschen Saale (heute Kaufhaus Wanninger) seinen Abschied, der einen lebhaften und herzlichen Verlauf nahm. Die Herren Beamten, die Geistlichen und Lehrer auch aus der Umgebung füllten den geschmackvoll dekorierten Festsaal, welchen die Klänge der diesortigen Mühlbauerschen Musikkapelle durchrauschten. Bürgermeister Liebl, Forstmeister Hubrich und Distriktsschulinspektor Hochw. Herr Elser, der Kötztinger Pfarrer, waren einige der Redner. Besonders die Rede Pfarrer Elsers zeigt das Beziehungsgeflecht der damaligen Behörden auf. Er führte in längerer Rede aus, wie er zum Gefeierten in dreifacher Beziehung stand, nämlich weil bezirksangehörig , als sein Untergebener, als ihm gleichgestellt in seiner Eigenschaft als kgl. Distriktsschulinspektor und in der Seelsorge als sein Vorgesetzter und hob das gute Einvernehmen hervor, welches in gegenseitigen Verkehre zwischen beiden genannten Herren bestanden hat.
In derselben Zeitungsaugabe wird in einem Vorbericht zum Pfingstfest berichtet:
Mit dem Pfingstfeste kehrt in unserem Markte der schöne uralte Brauch des Pfingstrittes wieder, welcher sich steigernder Beliebtheit erfreut und mit jedem Jahr mehr Gäste, selbst aus weitester Ferne anzieht. Das Pfingstrittkomitee hat bereits umfassende Vorbereitungen getroffen, um dem Feste einen würdigen verlauf zu sichern. Hierbei wurde vor Allem auf die tatkräftige Unterstützung der verehrl. Einwohnerschaft gerechnet. Diese hat ja bereits in den Vorjahren gezeigt, dass sie die von den Vätern ererbte Sitte in hohen Ehren hält und sich hiedurch bei den zahlreichen Festgästen ein ehrenvolles Zeugnis gesichert. Die verehrliche Einwohnerschaft wird daher gebeten, gleich den Vorjahren durch rege Anteilnahme, sowie durch Schmückung und Beflaggung der Gebäude an der Verherrlichung des Festes mitzuwirken. Die Festordnung ist die gleiche wie im Vorjahre. Die Aufstellung der Pfingstreiter erfolgt in der oberen Torstraße hinter der St. Veitskirche um 7 ¼ Uhr morgens. Nach der Aufstellung wird die Hochw. Geistlichkeit durch Berittene abgeholt und bewegt sich nach Eintreffen derselben der Zug durch die Marktstraße nach Steinbühl. Eine Viertelstunde vor Abgang des Zuges wird in der Pfarrkirche geläutet. Diejenigen, welche durch Ehrenfahnen ausgezeichnet wurden, werden gebeten, diese beim Ritte mitzutragen. Sämtliche Teilnehmer am Ritte müssen sich am Aufstellungsorte einfinden – ein späteres Einreiten kann mit Rücksicht auf die Ordnung und die Würde der Pfingstprozession nicht gestattet werden – ebenso muß der Zug bei der Rückkehr, welche um 12 ½ Uhr nachm. Erfolgt beisammenbleiben bis zur Pfarrkirche, wo erst die Auflösung erfolgt.  Vor der Feldmesse findet die Einweihung des neuen Marien=Brunnens statt.
Am Mittwoch den 3.Juni 1903 erschien dann der Bericht über das Pfingstfest.(4)
Mit dem seit einer Reihe von Jahren immer mehr erwachten Sinne der Bewohnerschaft Kötztings für die Hebung und Verschönerung des Marktfleckens hat sich auch das Interesse und die Regsamkeit für die Pflege eines in seinen Anfängen bis zum Beginn des 15. Jahrhunderts zurückreichenden Volksgebrauches in ganz besonderer Weise gesteigert. Überlassen wir es den Skeptikern, die Ursachen für die rege Betätigung der Bürgerschaft in würdiger Ausstattung dieser für Kötzting charakteristischer Festfeier auf bloße Geschäftsspekulation zurückzuführen; der objektive Beurteiler aber wird in der festlichen Ausschmückung des Marktfleckens durch rechtzeitige Neutünchung der Häuser, durch Ausstattung der Gebäude , Straßen und Gassen mit Kränzen, Guirlanden, Triumphbögen und Flaggenschmuck sowie in der regen Beteiligung sowohl  der Bürgerschaft als auch der Bewohner aus weiter Umgebung am Ritte selbst edlere und tiefer liegende Beweggründe erkennen, nämlich die Heilighaltung dieses alterwürdigen und überdies religiösem Boden entstammenden Volksgebrauches.
Sonnenglanz war das Festgewand der Natur und bestrahlte eine blank geputzte Reiterschar auf festlich geschmückten, auch das Kennerauge erfreuenden Pferden, wie sie so zahlreich noch nie war; über 200 Reiter wurden gezählt. Während dieser Zug mit Kreuz und Laternenträgern, sowie zwei wackeren Fanfarenbläsern, diesmal Herrn Kauer, Vater und Sohn, Wirt in Kammern, und dem Priester Hochw. Herrn Kooperator Späth, an der Spitze unter Absingung der vier Evangelien an den bestimmten Stationen sich nach seinem Ziele bewegte, sammelte sich auf dem oberen Marktplatze bei der St. Veitskirche eine gewaltige Menge zu Fuß, zu Wagen und besonders auf der Eisenbahn auch mittels eingelegter Sonderzüge herbeigekommener Zuschauer um der im Freien stattfindenden Feldmesse und diemal auch einem Akte beizuwohnen, welcher der heurigen Pfingstmontagfeier ein ganz besonderes Gepräge verlieh.
Der nunmehrige Regierungsrat in Ansbach von Koerbling und sein Nachfolger als Bezirksamtmann in Kötzting, Herr von Fuchs, waren Zeugen, als der päpstliche Hausprälat Monsignore Mehler, der Verfasser der Kötztinger Pfingstchronik von 1901, die Einweihung der Mariensäule und der Wasserleitung vollzog. Einen tiefen Eindruck machtes es, als im im Anblicke des vom Sonnenlichte wie von  Glorienschein umflossenen und wie von himmlicher Erhabenheit und Anmut im Goldglanze strahlenden Marienbildnisses zu Beginn des Weiheaktes vom diesortigen Männergesangsverein eine unter sanft sich anschmiegender Begleitung der Blechmusik als Weihelied der Chor „Des Sängers Gebet“ und am Schlusse desselben mit gleich tiefer Empfindung das „O sanctissima“ vorgetragen wurden. Während dieser Feier sandte der Kötztinger Bürgermeister Liebl, der Nachfolger des aus Krankheitsgründen zurückgetretenen Bürgermeisters Drunkenpolz, was ein damals sehr häufig gebrauchtes Ritual war, ein Huldigungstelegramm an den Prinzregenten nach München mit den Worten:
„Tausende von Männern, bei der Einweihung des Marienbrunnens mit der Patrona Bavariae versammelt, versichern Euer Königliche Hoheit unwandelbare Treue und Ergebenheit“.
Und weiter schreibt der Berichterstatter: „auf dasselbe traf folgende allergnädigst erteilte Antwort ein : Sr. Kgl. Hoheit der Prinz-Regent lassen den Teilnehmern an der Einweihung des Marienbrunnens in Kötzting für die an Allerhöchst dieselben gerichteten loyale Kundgebung Ihren besten Dank erbieten“.
Um 12 ½ Uhr mittags wurde der von Steinbühl zurückkehrende Reiterzug von den hier bestehenden Vereinen mit ihren Fahnen, wie sie auch an der vormittäglichen Feier beteiligt waren und dem Magistrate unter Vorantritt der Musik durch die dicht besetzten Straßen und Gassen nach dem mit Zuschauern vollbesetzen Bleichanger geleitet. Auch diesen teil des Festes beehrten Herr Regierungsrat  Koerbling und Herr Bezirksamtmann von Fuchs mit ihrer Teilnahme. Bald hatten Feuerwehr, Kriegerverein, Männergesangsverein, I. Zimmerstutzengesellschaft, Turnverein, kath. Gesellenverein und Concordia unter der Menschenmenge ein Viereck geöffnet, in welchem der funktionierende Geistliche, Hochw. Herr Kooperator Späth, von seiner lebendigen, vierbeinigen Kanzel aus eine sehr gediegene Ansprache hielt. Die reizende Umgebung Kötztings deren schöne Berge den Schauplatz rings umrahmen, in die rede mit verflechtend, legte er die Bedeutung des Pfingstrittes in Bezug auf die gegenwärtigen sozialen, sittlichen und religiösen Zeitverhältnisse dar.
Nachdem er dann des verstorbenen Pfingstjubilars Leonhard Mittermaier
 und des Jünglings Andreas Holzapfel, Färbersohn von hier, gedacht hatte, welch letzterer als Bürgerssohn mit unbescholtener Führung für die diesmalige Ehrung mit dem goldenen Kränzchen ausersehen war, aber leider beim letzten großen Brande den Flammentod erlitten hat, rief er den für diese Auszeichnung Nächsterwählten, Herrn Josef Hastreiter, Braumeisterssohn von hier, vor und übereichte ihm das werthvolle, in feiner Filigranarbeit  ausgeführte goldene Kränzchen. Der Gastwirt Johann Kauer aus Kammern „erhielt als Anerkennung für seine schon fünfundzwanzigmalige ununterbrochene Beteiligung am Pfingstritte ein mit Gold besticktes Reiterfähnlein“.
Indes der schnell wieder in Aufstellung getretene Festzug am Nordostabhange des Markthügels sich zum oberen Teile des Marktfleckens hinauf begibt, wechseln während eines kurzen Haltes in einem bereit gehaltenen Lokale der mit dem Pfingstkränzchen beehrte nebst seinen zwei Begleitern ihre bestaubte Kleidung mit schwarzem Anzuge, am Arme das Kränzchen und Bänderschmuck. So bewegt sich nun der Zug um die Mariensäule, die dicht mit Zuschauern besetzten Straßen hinab zur Pfarrkirche, wo der Pfingstritt beendigt wird. Die Nachfeier dieses Pfingstrittes wird am Pfingstmontag abends und Pfingstdienstag bis 12 Uhr Mitternacht in Form einer Hochzeit mit Ball gehalten. Dem beim Pfingstritt mit dem goldenen Kränzchen Ausgezeichneten, diesmal also Herrn Josef Hastreiter, fällt die Rolle des Bräutigams , seinen zwei Begleitern die der Brautführer zu, und die Braut, diesmal Fräulein Fanny Kasparowsky, Oekonomstochter von hier, wird vom Pfingstbräutigam aus den Bürgertöchtern, häufig aus dem Verwandschaftskreise gewählt; denn den Eltern derselben erwachsen durch diese Ehrung namhafte Ausgaben.
Mit diesen Ausführungen endet der Pfingstbericht des Kötztinger Anzeigers von 1903.
 Was war sonst noch berichtenswert in diesem Jahr für den Kötztinger Anzeiger? Ausführlich wird von den verschiedenen Faschingsveranstaltungen berichtet. Sowohl der Männergesangsverein als auch der katholische Gesellenverein führten Theaterstücke auf und mussten diese des großen Erfolges wegen auch wiederholen.(5)
 

Am Sonntag, 1. März, dem Vorabend der 25. Wiederkehr der Krönung seiner Heiligkeit Leo XIII wurde im hiesigen Postsaal das Pabstjubiläum begangen. Der herrlichst geschmückte Festsaal erregte allgemeine Bewunderung; Gegen  230 electrische Birnen ergossen in allen möglichen Farben ihr magisches Licht in den Saal und besonders war es daszwischen der Papst und Prinzregentenbüste sich befindliche Transparent, das von ca 130 färbigen electrischen Lichtern gebildet, ein großes „L“ mit der Zahl 25 darüber darstellte.
Danksagung des Pfarrers Elsner und Geschäftsanzeige. Bäckerei Dachauer ist die jetztige Bäckerei Vogl in der Metzstrasse.

In derselben Ausgabe wird von einem Artikel im „Boten vom Hohenbogen“ berichtet, der „Los vom Distrikt Kötzting“  als Losung ausgibt, weil sich der Bereich um Neukirchen bei der Wahl des Distriktsratsausschusses benachteiligt fühlte.
Am 4. März wurde bei einer Ersatzwahl der Realitätenbesitzer Franz Liebl zum Bürgermeister des Marktes Kötzting bewählt.(7)
Aus Reitenstein wird von einem Großbrand berichtet, als am 22.April nachts um 10 Uhr  im Stadel des Anton Steidl Feuer ausbrach. Am Ende brannten auch dessen Wohnhaus und die Anwesen der Nachbarn Georg Bielmeier und Xaver Eidenschink nieder.
Groß berichtet wurde über die Generalversammlung des Ortsverschönerungsvereines, in dem besonders des ehemaligen Bezirksamtmannes von Schackys gedacht wurde, vom Endschiessen der Zimmerstutzengesellschaft und  der königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft.
Ein Bericht über ein Hubertusessen in Verbindung mit einer solenen Namenstagsvorfeier beim verehrten Altjäger und Herrn Brauereibesitzer Lindner eröffnete den Herbstreigen der berichtenswerten Veranstaltungen. Um 4 Uhr jagten die letzten Jäger nach Hause um so bald als möglich in ihrer Falle zu verschwinden. Wie alle Jahre bildeten die Konzertabende des Männergesangsvereins und das Weihnachtsfestspiel der St. Josefsanstalt  den Abschluss des Veranstaltungsreigens in Kötzting.
Am Ende noch zwei Kleinigkeiten am Rande:
 


(1) Kötztinger Anzeiger Werbeanzeige der Fa. Rudolf Häfner
(2) Bayerische Staatsbibliothek München, 4Eph.pol.3cel 1900 ff im folgenden KA genannt
(3) KA Nr 44 vom 03.06.1903
(4) KA 44 vom 3.6.1903
(5) KA Nr 15 vom 22.02.1903
(6) KA           vom 03.03.1903

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