Translate

Dienstag, 12. Dezember 2017

Schwerter zu Pflugscharen

oder..... Panzerkanonenrohre zu Kirchenglocken


Was haben die 11. Panzerdivision der Deutschen Wehrmacht und die vielen während des Krieges vernichteten bzw. eingeschmolzenen Kirchenglocken miteinander zu tun.

In Abwandlung des Teilzitates aus der Bibel, die die heutige Überschrift bildet, kann man einen Vorschlag des damaligen Kötztinger Pfarrers Dietl vom Mai 1945 sehen.
Und weil das ganze Bild, welches dabei entsteht, so friedlich ist, und ich die Idee einfach klasse finde, hier eben noch schnell ein nachgeschobener Weihnachtsblog.

Vorgeschichte: aufgrund der Materialknappheit des Deutschen Reiches während des Krieges wurde vor Allem der Augenmerk auf Buntmetalle gelegt und dazu gehörten auch die verschiedensten Kirchenglocken. Das Regime ließ sich auch nicht auf große Verhandlungen ein, alle Glocken musste abgenommen werden und nur in wenigen Ausnahmefällen - von kunsthistorischen bzw. von besonderem historischen Wert der Glocke - abgesehen, wurden die Glocken zu Sammelstellen verbracht, dort noch einmal photographiert und dann eben für die Zwecke der Rüstung eingeschmolzen.


Der Kötztinger Hauptlehrer Josef Bock lichtete einige der Glocken ab - der Bestand dieser Bilder ging dann in der Landkreisfilmbildstelle auf - aber das war es auch dann schon.
Kötztinger Zeitung Mai 1955





Schlußfolgerung: Bereits 9 Tage nach dem Kriegsende - die 11. PD hatte bereits kapituliert und die Panzer und Kampfwägen waren in all den Wiesen rund um Kötzting, vor allem in dem Bereich unterhalb der jetzigen REHA Kliniken verteilt und abgestellt - stellte der Kötztinger Pfarrer Dietl den Antrag aus den Geschützrohren der Panzer wiederum die entwendeten Kirchenglocken gießen zu lassen..



Bilder aus der Kötztinger Zeitung









Pfarrer Dietl, auf dem Bild schon ehemaliger Stadtpfarrer Kötzting, zusammen mit den Kötztinger Pfadfindern, die er zusammen mit Pater Augustin Böttcher nach Kräften gefördert hatte. Die Aufnahme entstand an dem Altersruhesitz Pfarrer Dietls anlässlich eines Besuches der Pfadfinder.


StaLa BZA/LRA Kötzting Rep 164-8 Nr. 1949
"Statt Krieg soll es - das Kriegsmaterial - nun den wahren dauernden Frieden von den Kirchtürmen als Glocken künden. Das ist doch eine weitsichtige Idee."

Der damalige Landrat Weiger zeichnete die Eingabe ab mit: verfrüht!  Ja, 

Es ist nicht bekannt, aber höchst unwahrscheinlich, dass die amerikanische Militärregierung dem Vorschlag gefolgt ist. Bekannt ist mir, dass das Material mithilfe von Schrotthändlern dann im Laufe mehrerer Jahre verarbeitet worden ist. Manches an Fahrzeugen, Lafetten, auch für die Jagd  umgebaute Waffen haben den Weg in die Kötztinger - und Umgebung - Zivilbevölkerung gefunden.  

Am Ende nun nur noch zwei Bilder von Glocken, die vermutlich eingeschmolzen wurden
die müsste aus Eschlkam sein

ein Prachtstück
 So, dann hoffen wir auf eine friedliche Zukunft, und im neuen Jahr geht´s wieder weiter mit dem Jahresrückblick "Kötzting vor 110 Jahren"

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen