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Mittwoch, 14. Dezember 2016

Weihnachtsgeschenke für einen Kötztinger Heimatforscher

erste Forschungsreise in diesem Winter

Nächste Woche geht's ab nach München, 3 Tage Archivarbeit im Hauptstaatsarchiv, Staatsarchiv München und in der Bayrischen  Staatsbibliothek. Da die Kollegen da oben nicht auf jeden Kundenwunsch sofort ins Magazin eilen sollte man diese Besuche vorbereiten und dann kommt irgendwann ein Brief , dass die gewünschten Archivalien zur Einsicht vorliegen oder nicht.

Manchmal gibt's da ein paar Überraschungen, positive wie negative.

Ahnentafel des sogenannten "Pongratzprozesses" Staatsarchiv Landshut Pfleggericht Cham A 405


Was bekomme ich nächste Woche im Hauptstaatsarchiv München (hoffentlich) zu sehen:



hier geht's um die Bestallung von zwei Kötztinger Botenstellen im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, dem sogenannten Straubinger und dem Regensburger Boten. Interessant wird sein, was die Arbeitsbedingungen und die jeweiligen Auflagen sind, die die Bewerber erfüllen mussten.

Dann geht's weiter mit einer Münchner Entscheidung über eine Kötztinger Wasserleitung, die der Kötztinger Bürger Windorfer beantragt hatte. Hier möchte ich genauer wissen, was an dieser Entscheidung so schwierig war, dass sogar München darüber urteilen musste.

Der letzte Akt aus diesem Stapel betrifft unter anderem  die Hofmark Reitenstein, die, zu diesem Zeitpunkt,  noch nicht im Besitz des Marktes Kötzting war sondern noch eine eigenständige Hofmark bildete.

Interessant wird bei der nächsten Bestellung:
Bei dem ersten Akt erwarte ich eine Art: " die seltsamen Methoden des Inspektors Wanninger", das war eine Fernsehkrimiserie in den Sechzigern. Hier geht es um die besonderen Tricks, die der Chef der Kötztinger Gendarmerie, Suffa,  1853 angewandt hatte um den Räuber MIchael Heigl endlich dingfest zu machen.
Beim zweiten Bündel sollte es - hoffentlich - um die Bande eines gewissen Vogl aus Traidersdorf gehen, der in den 80er Jahren ebenfalls in den Presse genannt wird wobei die Kötzting er sich in Gegendarstellungen heftig darüber beschwert hatten, dass der Räuber Vogl in der überregionalen Presse  als Kötztinger bezeichnet worden war. "Traidersdorf wäre eine eigenständige Gemeinde und im Übrigen mindestens 1 1/2 Stunden von Kötzting entfernt."
Ich vermute mal, dass Bob Vogel, der Sheriff  aus Florida, dessen Urgroßmutter ja aus Traidersdorf stammt, sicherlich sich sehr freut, wenn er einen leibhaftigen Räuberhauptmann in der Verwandtschaft hat.
Und dann gibt's noch ein Schmankerl oben drauf, der nette Mitarbeiter in München hat noch einen Akt über Michael Heigl ausfindig gemacht, nämlich über dessen Verurteilung zum Tode und die nachfolgende Begnadigung. Mal schauen, was da so alles drinsteht


Im Staatsarchiv München findet sich ein Aktenbündel, das sich mit dem sogenannten "Pongratzprozess" beschäftigt.
Meines Wissens nach hat es wegen eines - möglicherweise fiktiven möglicherweise echten - Erbfalles über sage und schreibe 220 MILLIONEN holländische Gulden zum Ende des 18. Jahrhunderte knapp unter 80 Prozesse gegeben. So weit ich weiß hatte die letzte Prozessgemeinschaft in den 1950er Jahren zuletzt versucht über eine Petition im bayerischen Landtag eine Neuaufnahme des Prozesses genehmigt zu bekommen.
Die "Räuberpistole", die zu dieser Prozessserie geführt hat ist im Neukirchener Heimatbuch von Mathilde Baumann unter dem Titel: "Der Goldbrief von Atzlern" schon detailliert
bechrieben worden. Ich habe in Landshut sogar schon die dazugehörigen Folterprotokolle des angeblichen Bösewichts gelesen. Auch wenn ich auf die Abstammungslinie des Erblassers - möglicherweise - erst mit dessen Großvater treffe, da der Bösewicht "Semmelbauern Hansl" hieß und meine Frau väterlicherseits von den Semmelbauern  abstammt ist diese Geschichte sowohl heimat- als auch familiengeschichtlich sehr interessant. 
hier noch einmal die Ahnentafel, die schon eingangs als Illustration verwendet worden war: auf dieses Erbe wollten natürlich vor mehr als 200 Jahren Viele aufspringen, die diesen Familiennamen führten. Diese wunderschön gemalte Ahnentafel - im Original sicherlich 50 cm in der Diagonale  man beachte die Trachten des ausgehenden 18. Jahrhundert - half aber nichts, Geld gab´s trotzdem keines, wie auch später nichts.

Nachdem diese holländische Erbschaft, wenn es sie überhaupt gegeben hat, vom Hause Wittelsbach - Teile von Holland waren mit dem Hause Wittelsbach in Straubing verbunden -, eingestrichen worden war, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass König Ludwig seine Schlösser mit UNSEREM Geld gebaut hatte. ;-))

Nun zur negativen Überraschung: in den online lesbaren Repertorien des HStAs findet sich ein Hinweis auf die Auswanderung eines Kötztinger jüdischen Mädchens nach Palestina.


Kirschner, Susanne, Jude, geb. 22.11.1927 in Kötzting; 1939 nach Palästina ausgewandert.



Susanne Kirschner, geboren im November 1927 bekam die Erlaubnis 1939 nach Palestina auszuwandern. Diesen Akt habe ich aber wegen des noch bestehenden Datenschutzes nicht bekommen. Ich finde es aber äußerst bemerkenswert, dass ein junges Kötztinger Mädchen im Alter von 12  Jahren es während oder kurz vor dem zweiten Weltkrieges geschafft hat aus Deutschland zu entkommen und sich bis nach Palestina durchzuschlagen. Eine Unternehmung übrigens, die ihr Vater Julius Kirschner 1940 schaffte. Dieser starb - angeblich mit Herzversagen - auf dem Donauschiff URANUS in Bulgarien auf der Fahrt ins Donaudelta, wo er bereits auf der Passagierliste für einen Überseedampfer, der PACIFIC stand, welcher dann ebenfalls nach Palestina fahren sollte. Die jüdisch askenasische Kulturgemeinde in Rustschuk in Bulgarien bestätigte die Beerdigung auf deren jüdischem Friedhof am 9.9.1940.

DDSG-Raddampfer Uranus, gechartert von der jüdischen »Mossad
Das Bild und die genaueren Umstände der Fahrt der URANUS an das Donaudelta kann hier nachgelesen werden, aus diesem Blog stammt auch das Bild

Vielleicht war dies bei er ganzen Tragödie sogar der einfachere Tod, denn das Schiff sollte nie in Palestina ankommen: siehe den folgenden Bericht aus:
Jürgen Rohwer

JÜDISCHE FLÜCHTLINGSSCHIFFE IM SCHWARZEN MEER (1934-1944) In: Ursula Büttner (Hrsg.): Das Unrechtsregime. Band 2: Verfolgung / Exil / Belasteter Neubeginn.
Hamburg: Christians Verlag 1986. S.197-248.

Inzwischen war es dem Mittelsmann Eichmanns, Storfer, gelungen, einen neuen großen Transport von überwiegend Mossad-Anhängern auf vier DDSG-Schiffen auf den Weg zu bringen. Am 3.9.1940 liefen die SCHÖNBRUNN und die HELIOS mit zusammen 1771 Menschen von Wien aus, darunter 600 freigelassene Häftlinge aus Dachau, 300 alte Menschen und 150 Kinder unter 12 Jahren. Ihnen folgten noch am gleichen Tage die URANUS und MELK mit zusammen 1880 Menschen, darunter etwa 3/4 "Halutzim" aus Österreich, dem Protektorat und Danzig. Dieses Mal hatten die Mossad-Agenten Bar-Pal und Ruth Klüger in den rumänischen Donau-Häfen drei Schiffe bereitgestellt. Am 7.10. lief die ATLANTIC mit den 1771 Flüchtlingen der SCHÖNBRUNN und HELIOS von Tulcea über Sulina aus. Am 11.10 folgte die PACIFIC mit 1000 Passagieren der URANUS von Sulina, und am 19.10. die MILOS (1895, 598 BRT) mit 880 Passagieren der MELK ebenfalls von Tulcea. Auf diesen alten und verrotteten, für weniger als 100 Passagiere eingerichteten Schiffen herrschten unbeschreibliche Zustände. Auf der PACIFIC gab es nur einen Parafinofen und kaum Trinkwasser. Die Flüchtlinge mussten in Schichten schlafen und konnten nur abwechselnd in festen Turns an Deck kommen, um frische Luft zu schöpfen. Auf der ATLANTIC gab es unter Deck keine Ventilation und kein Licht, die sanitären Einrichtungen waren äußerst rudimentär, und teilweise konnten die Flüchtlinge auch nur abwechselnd sitzen. Schließlich brach auf der ATLANTIC eine Typhusepidemie aus, und ehe das Schiff Zypern zur Ergänzung der Vorräte erreichte, starben 15 Menschen. Die weitergefahrenen Schiffe PACIFIC und MILOS wurden am 14.11. vor Haifa von britischen Kriegsschiffen aufgebracht und in den Hafen geleitet. Unter dem Eindruck dieses neuen Ansturms veröffentlichte die Mandatsregierung am 20.11. eine Ankündigung, dass von nun an alle Personen, die versuchten, illegal nach Palästina einzuwandern, in eine britische Kolonie deportiert würden, wo sie bis zum Kriegsende verbleiben müssten. Am 24.11. traf auch die ATLANTIC in Haifa ein. Alle Bemühungen der Jewish Agency, die Entscheidung der Mandatsregierung rückgängig zu machen, hatten keinen Erfolg. Am gleichen Tage begann man, zunächst die Passagiere der PACIFIC an Bord des im Hafen liegenden internierten französischen Passagierschiffes PATRIA (1913, 11.885 BRT) zu bringen, mit dem die Flüchtlinge nach Mauritius im Indischen Ozean deportiert werden sollten. Um die Deportation zu verhindern, hatte ein Kommando der "Haganah" am Rumpf des Schiffes Sprengladungen angebracht, welche das Schiff auf Grund sinken lassen und damit die Fahrt unmöglich machen sollten. Die am 25.11., kurz nachdem auch die ersten 80 Passagiere der ATLANTIC an Bord gebracht waren, detonierende Sprengladung erwies sich jedoch als viel zu stark, so dass die PATRIA innerhalb von 15 Minuten sank und teilweise kenterte. Trotz aller Rettungsmaßnahmen der britischen Marine kamen 254 Personen bei dieser Katastrophe um. Die restlichen Passagiere der ATLANTIC und MILOS wurden zunächst in das Internierungslager Athlit geschickt, wobei die Polizei teilweise Gewalt anwenden musste. Nur 45 besondere Fälle wurden ausgenommen. Am 8.12. brachte man die 1584 restlichen Personen an Bord eines Passagierschiffes, mit dem sie nach Mauritius transportiert wurden, wo sie bis zum August 1945 in Lagern untergebracht waren. Die ursprünglich geplante Deportation der geretteten Flüchtlinge der PATRIA musste jedoch auf Grund von Protesten aus den U.S.A. und nach einer Intervention des Zionistenführers Dr. Weizmann bei Churchill unterlassen werden.51)




Den Hinweis auf die Dampfer habe ich von Frau Dr. Erika Schwarz und ihrem Mann Gerhard erhalten, die an einem Forschungsprojekt in Brandenburg arbeiten und dort auch auf Julius Kirschner gestoßen sind, der dort bis zu seiner Ausreise auf einem landwirtschaftliche Gut arbeiten musste. Beide bereiten eine Veröffentlichung vor, auf die ich schon sehr gespannt bin.

 
Nachdem ich den Akt noch nicht erhalten habe, Datenschutz im bayrischen Archivgesetz, muss ich eben noch warten, eine größere Arbeit zu diesem Thema ist eh erst für 2018 geplant.



Als dritte Anlaufstelle kommt dann noch die Staatsbibliothek dazu, praktischer Weise im Gebäude daneben - hier geht's um ein paar Zeitungskopien, für die 1910er/1920er und 1930er Jahre.
Durch eine Nachfrage nach einem Besuch des Kronprinzen Rupprecht in Kötzting 1926 habe ich einen Hinweis auf eine Chamer Zeitungsnotiz bekommen, wo sich der Autor über die Kötztinger Bürger lustig machte, welche offensichtlich vor dem hohen Besuch sich sehr devot verhielten.


Es werden also drei Spannende Tage in München nächste Woche, aber nur für den den´s interessiert.....

Sonntag, 27. November 2016

Der Kötztinger Spielmannszug Teil 1

Der Kötztinger Spielmannszug ----- eine Erfolgsgeschichte 

erster Teil:  Was war vorher?

Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kötzting 2013  Bild von Hans Traurig

Manche Themen für diesen Blog ergeben sich buchstäblich durch Gespräche zwischen Tür und Angel. So auch diesmal....
Die Feuerwehrinspektion Kötzting erstellt derzeit eine Chronik und aus diesem Grunde kam auch die Anfrage an mich - gerne auch auf dem Flur im Rathaus, da immer Mittwochs im zweiwöchigen Turnus im Rathaus die schriftlichen Führerscheinprüfungen stattfinden und sich dabei in der Wartezeit vor meinem Zimmer häufig Gespräche ergeben - ob sich im Stadtarchiv Unterlagen über den Kötztinger Spielmannszug befinden würden. Gleich zwei Kötztinger "Feuerwehrler" hatten von der Inspektion den Auftrag erhalten dieser Geschichte nach zuforschen.
Manche Entwicklungen konnte ich aus dem Gedächtnis beantworten - vor Allem die Anfänge des Fanfarenzugen -  da ich bereits wusste, dass dies von den Kötztinger Pfadfindern in den 50ern initiiert worden war, ansonsten eher Fehlanzeige, auch wenn die sehr ausführliche Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Kötzting, die im Stadtarchiv deponiert ist, auch viele Einträge über Einsätze des Spielmannszuges enthält, aber eben keinerlei Hinweise auf deren Gründung.

Im Zusammenspiel über Bande mit Hans und Wack Traurig war schnell klar, dass es eine Reihenfolge im Aus/fbau gab über einen Trommlerzug, der Erweiterung um die Fanfarengruppe bis hin zum jetzigen großen Spielmannszug, aber wann und wie, das musste noch gefunden werden.

Es passte ganz gut, dass ich zeitgleich mit dieser Fragestellung gerade mittendrin war, eine erste Sichtung der Kötztinger Pfingstmaterialien vorzunehmen, ein Bestand, der aus den unterschiedlichsten Gründen sehr stark verteilt - manchmal lückenhaft - , zerzupft und zerfleddert ist. Vor allem in den "alten" Unterlagen des beginnenden 20. Jahrhunderts bis hinein in die erste Nachkriegszeit sind die Bestände manchmal sachlich, manchmal nach Jahrgängen und manchmal als Mischbestand überhaupt nicht sortiert. Indem ich dies Alles nun zumindest nach einer ersten, vorläufigen, Durchsicht auf die einzelnen Jahre sauber verteilt habe, konnte ich dabei auch immer einen Blick auf die "Musikanten" werfen.
Doch zuerst einmal weiter zurück, noch vor die Gründung des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr  Kötzting.

Schon in den ersten Pfingstakten wird unterschieden zwischen den Musikanten, einer 4 Mann starken Trommlergruppe und den beiden Fanfarenspielern beim Pfingstritt (anfänglich Familie Kauer, später die Gebrüder Sperl und noch später dann Familie Traurig).
Auch wenn die Trommlergruppe in den städtischen Kostenlisten nur für den Pfingstritt aufgeführt ist, so ist doch zu vermuten, dass diese auch bei den Umzügen mitmischten. Eine Zuordnung zu einem wie auch immer gearteten Verein ist mit unseren Unterlagen nicht möglich. Diese Dreiteilung - Musikkapelle, 4 Mann Trommlergruppe und Fanfarenduo - kann bis zum 2. Weltkrieg verfolgt werden.
Aus den Unterlagen aus der Zeit des Dritten Reiches, zumindest ebenfalls in den Jahren bis hin zum 2. Weltkrieg, finden sich einige Hinweise auf einen Kötztinger Spielmannszug, auf solche aus Furth im Wald und Lam, auf eine Fußballmannschaft des Spielmannszuges und auf die Versuche eine SA Kapelle in Kötzting errichten zu wollen.
 
Bericht über den Kötztinger Pfingstritt 1933 in der Kötztinger Zeitung mit dem Hinweis auf die Musikkapelle und Trommlermusik schon beim Weckruf






































Beim Bericht über den Pfingstritt 1933 wird der unterschiedliche Einsatz der "Musikanten" ebenfalls deutlich. Beim Zapfenstreich am Sonntagabend ist nur von einer musikalischen Begleitung die Rede, beim Weckruf arbeiten dann Musikkapelle und Trommlerzug zusammen und beim Pfingstritt selber sind dann auch noch die "Signalisten", also die Fanfarenbläser mit dabei. Während die Musikkapelle dann nach dem Ausritt, wie auch heute, zuerst die Feldmesse und danach ein Konzert am Rathausplatz spielt, stoßen die Trommler erst wieder beim Einritt am frühen Nachmittag wieder hinzu.
Karl B. Krämer schreibt in einem Manuskript über Pfingsten, dass diese Signalisten erst 1930 eingeführt worden seien, das dies nicht richtig ist, ergibt sich aus einer Kostenaufstellung des Kötztinger Magistrates anlässlich des Pfingstrittes 1924, wie sie ähnlich auch in den Vorjahren zu finden ist.
Archiv Stadt Bad Kötzting 320/924 Kostenaufstellung Pfingsten 1924  Zuschuss des Pfingstbräutigams 20 Mark  Ehrengabe der Pfingstbraut 10 Mark  Musik 54 Mark Trommler 15 Mark Kauer(=Signalist meine Anmerkung) 20 Mark Laternenträger 6 Mark Kreuzträger 3 Mark
bayrische Ostmark 1933
Gleich im Jahr der Machtergreifung 1933 war die NSDAP bestrebt eine SA-Kapelle zu installieren und bot für den Fall sogar an, die Musikinstrumente zu stellen.




bayerische Ostmark von 1936

Einen ersten gemischten Spielmannszug musste es dann tatsächlich bereits gegeben haben, denn im Jahre 1936 berichtet die "bayerische Ostmark", das Parteiorgan der NSDAP für den Gau Bayreuth, von einem Fähnleintreffen der Pimpfe des Fähnleins Richthofen aus Kötzting das mir Fanfarenklängen und mit Trommelwirbel begann und in einen "Propagandamarsch"  durch die Straßen Kötztings endete. Die Pimpfe, also die Buben, die dann, wenn sie etwas älter geworden waren, in die HJ eintreten sollten/mussten, hatten auf dem Bleichanger, dem Kötztinger Turnplatz, Exerzierübungen durchzuführen






bayrische Ostmark Pfingsten 1934


Gleich zwei Spielmannszüge traten in Kötzting zu Pfingsten 1934 auf. Sicherlich auch zu Propagandazwecken - die NSDAP wusste um den Publikumsmagnet Kötztinger Pfingstritt und die damit zu erwartenden Zuschauermengen - veranstaltete die Partei von Pfingstsamstag bis einschließlich Pfingstmontag 1934 ein Treffen des Hitlerjugend Unterbannes mit 600 Hitler Jungen, die auf dem Fussballplatz zelten durften und 300 BDM Mädchen, die dann am Pfingstsonntag zum Festabend hinzustießen. Die Spielmannszüge aus Furth im Wald und Lam begleiteten die unterschiedlichsten Umzüge und Festveranstaltungen. .









bayerische Ostmark Frühjahr 1940











In der Ausgabe der bayerischen Ostmark vom Frühjahr 1940 wird von einem Fußballspiel der Spielmannszugmannschaft Kötzting gegen die kombinierte 1. und 2. Jugendmannschaft Cham berichtet.

Es finden sich also die unterschiedlichsten Versuche in Kötzting einen Spielmannszug zu installieren, Gelegenheiten für Aufmärsche und Umzüge gab es ja in dieser Zeit genügend.

Dann kommt aber nach der politischen auch die militärische Katastrophe, der Zusammenbruch bildete eine Zäsur und nach dem Krieg bleibt es zuerst einmal wieder bei dem alten musikalischen Dreiklang an Pfingsten:

Musikkapelle - Trommler - Signalisten



Ende des ersten Teils, diese Geschichte wird im Februar fortgesetzt, weil die Januarausgabe traditionell dem Thema "Kötzting vor 110 Jahren" vorbehalten ist.















































Donnerstag, 20. Oktober 2016

20 Jahre Arbeitskreis Heimatforschung Kötzting


Im Juli 1996 war´s als sich ein kleiner Kreis Interessierter zu einem informellen Treffen zusammen fand und, wie ein kleiner Kristallisationskern, Themenfelder erarbeitete, die ein später zu gründender Arbeitskreis möglicherweise abdecken könnte














Kötztinger Zeitung vom 18.7.1996

 auch die Kötztinger Umschau berichtete von unserem ersten Treffen und unseren Absichten:
Kötztinger Umschau vom 18.7.1996

 Und nun folgte der nächste Schritt, die Stadt Kötzting lud für den 1. August 1996 die Kötztinger Bürger zu einer ersten Informationsveranstaltung ein.
Zu diesem Zweck waren bereits Formblätter erstellt worden, auf denen die zukünftigen "Arbeitskreisler" ihre Schwerpunkte oder Wunscharbeitsbereiche ankreuzen konnten.
Ich erinnere mich noch sehr gut an dieses Augusttreffen, weil ich, wie schon viele Jahre vorher und seither ebenfalls in der ersten Augustwoche mit den Sinzinger Pfadfindern im Lager war und mit entsprechendem Räuberzivil und unrasiert war ich vor Ort, als sich die erste Gruppe Kötztinger zusammen fand, informiert wurde über unsere Absichten und sich auch für einzelne Interessengebiete melden konnten, Mehrfachnennungen waren ausdrücklich erwünscht.
Durch diese Gruppe wurden unsere ersten Ziele und Vorstellungen bereits sehr detailliert beschreiben:
 Der Sprecher unseres Arbeitskreises brachte dann die Ergebnis dieses Treffens beim Stadtrat vor, der uns auch sofort seine Unterstützung zusagte:


Und nun ging´s in großen Schritten auf eine vorzubereitende Gründungsversammlung zu. Und hiermit schließt sich der Kreis zum Oktoberblog 2016. Im 16. Oktober 2016 kam es nach mehreren vorbereitenden Treffen zur Gründung unseres Arbeitskreises für Heimatforschung  Kötzting, der seither mit mehreren Arbeitskreisen viele, eigentlich unglaublich viele, Stunden an Forschungsarbeit geleistet hat und mittlerer weile ein umfangreiches Archivmaterial angesammelt und gesichert hat.




Gleich im Oktober ging es auch los, die verschiedensten Arbeitkreise begannen mit ihrer Arbeit.

Der Lesestammtisch, den wir nun ebenfalls ununterbrochen - nur der Auguststammtisch fällt immer aus - seit Oktober 1996 durchführen, hat in dieser Zeit eine schier unübersehbare Menge an Photokopien verschlungen und viele Dokumente vom 16ten bis zum 19ten Jahrhundert  an eine wechselnde Anzahl von mehr oder weniger treuen Mitlesern nahegebracht.


Für jemanden, der noch nie bei solch einer "Arbeitssitzung" Lesestammtisch dabei war, hört sich der Vorgang sehr trocken und langweilig an.....
Ludwig Baumann, der seit der ersten Stunde auch bei diesen Leseübungen fester Bestandteil ist, hat im Jahre 2003  in einem Zeitschriftenbeitrag für den "Schöner Bayerischer Wald" mal geschildert, wie es bei uns so zugeht:


im Text steht zwar 1998, aber wir treffen uns bereits seit Herbst 1996

Es war ja unsere, Baumann Ludwig und meine, naive Meinung, wir könnten durch unseren Lesestammtisch ein paar zusätzliche wackere Streiter an der Archivfront gewinnen......ganz so einfach ging es dann nicht, jedoch konnten wird doch einigen benachbarten Heimat und Geschichtsvereinen einen Geburtsschubs erteilen. So hatten wir schon Heimatforscher aus Grafenwiesen und Eschlkam zu Besuch, die dann bald auch selber ihre Arbeitskreise gründeten bzw. fortentwickelten. Größere Gruppen aus Reitenstein und Weissenregen waren ebenfalls schon öfters unsere Gäste, wenn die vorab angekündigten Beiträge in deren Ortschaften spielten.

Hier nun ein Beispiel, was wir unseren Teilnehmern am Lesestammtisch so zumuten:
Dieses Dokument ist die erste Seite aus dem Testament des Kötztinger Kammerers Wolfgang Samuel Luckner aus dem Jahre 1794:
Im Namen der Allerheilligsten Dreyfaltigkeit urkunde und bekenne ich Samuel Luckner Churfürtlicher Hopfen Liferant.
und frey resignierter Kammerer zu Kötzting öffentlich ......


Für uns selber, also für den Arbeitskreis, wollten wir zuerst einmal die Basis für die Kötztinger Häusergeschichte erstellen und zu diesem Zwecke war ich im Winterhalbjahr 1996/97 im Staatsarchiv Landshut um die Briefprotokolle des Marktes Kötzting zu lesen und inhaltlich zu erfassen.





Dazu passte es dann ganz gut, dass wir einen jungen Hund bekamen, der im Urlaub eine besondere Betreuung brauchte....während meine Frau mit den Kindern am Strand am Gargano in Italien waren, blieb ich mit dem Hund, Rotwein, Weißbrot, einem Laptop und meinen Notizen auf der schattigen Terrasse und nach zwei Wochen war die Grobstruktur der Kötztinger Häusergeschichte tabellarisch entschlüsselt.
Manche kleinen Geheimnisse bzw. Ortsangaben lösten sich dabei von alleine. Zum Beispiel
Wo war der VOGLHOF?                                              Christian Schneider
Wo und was war die WUHN?                                        wäre heutzutage vor der Fahrschule Schötz
Wo war in Kötzting der RINDERMARKT?                    Ende Metzstraße
Wo war in Kötzting der PFERDEMARKT?                    Ende Schirnstraße
Wo waren Brandstätten nach dem Dreißigjährigen Krieg?
Wo war das Schlachthaus?                                             Ende Metzstraße

Es gibt -  zumindest bei den Familienforschern - eine goldene Regel und die lautet :
Warte nicht zulange damit, deine Ergebnisse zu veröffentlichen, weil deine Nachfahren unter Umständen aus Unwissenheit oder Desinteresse deine Forschungsmaterialien einfach wegwerfen.......!

Schon lange vor den Zeiten von Facebook und erst recht lange vor dem Erscheinen dieses Blogs, begannen wir, und das heißt auch wieder Herr Ludwig Baumann und ich, damit im Schaufenster der Sonnenapotheke monatlich wechselnd eines der Kötztinger Bürgerhäuser mit seiner Handwerksgeschichte und der Abfolge seiner Besitzer vorzustellen. Diese Zusammenstellungen fanden dann für mehrere Jahre Ihren Niederschlag in den alljährlichen Kalendern, die die Sonnenapotheke zum Jahreswechsel herausgab.
Damit die Arbeit nicht verloren geht, sind die Inhalte der monatlichen tafeln auch bei mir auf der Homepage gespeichert:
http://www.clemens-pongratz.homepage.t-online.de/hchro.htm#home%20arbeitskreis

Da meine Abschrift der Briefprotokolle ja nur die wesentlichen Fakten (=wer verkauft was an wen und wo liegt das Haus?) enthielt, war es eines unserer Ziele, die Briefprotokolle kopieren vom Staatsarchiv kopieren zu lassen und anschließend neu gebunden im Archiv bei uns zu lagern. Ca. 7000 Seiten waren es, die vor allem zu Bezahlen waren und so ging´s daran Sponsoren für diese Aufgabe zu finden. Viele Kötztinger Geschäfts- aber auch Privatleute beteiligten sich mit durchschnittlichen Kosten von 200 Mark an den Kopien und wurden in den neun zu bindenden Büchern an erster Seite namentlich verewigt.
Natürlich hatten wir auch - und haben es noch - die finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt Bad Kötzting, ohne die großzügige Bereitstellung von Raum und Gerät, hätten wir die umfangreichen Sammlungen nicht an Land ziehen können, die wir heute haben.

Inge Pongratz in Ihrem Element
Und hier kommt meine Mutter ins Spiel, nach dem frühen Tod meines Vaters ist sie in mein Hobby, der Familien und Heimatforschung, eingestiegen, verwaltete zuerst die Materialien für den Arbeitskreis im Rathaus und wurde dann sehr schnell vom damaligen Bürgermeister Ludwig, auffallend wegen ihrer täglichen Präsenz im Haus, daraufhin angesprochen, ob sie sich nicht auch um die Belange des städtischen Archivs kümmern möchte.
Und so ist meine Mutter, über das Interesse an meinen Hobbies, als Archivpflegerin ins Team der Rathausverwaltung eingestiegen und hat eine Stelle übernommen, die wiederum ich nach ihrem Tod - allerdings nur einmal wöchentlich - weiterführe.

Es ist manchmal schon strange, in alten Akten und Unterlagen, tatsächlich mehrmals täglich über ihre handschriftlichen Notizen und Bemerkungen in den Repertorienordnern und Computerdateien zu stoßen.
Ihr Schreibtisch ist jetzt mein Schreibtisch, damals war noch etwas Platz in den Regalen....
Bis vor dem Tage ihres Schlaganfalls war sie bis ins hohe Alter von 83 Jahren jeden Werktag an IHREM Schreibtisch, an dem ich jetzt ebenfalls arbeite......





Arbeitszimmer des Arbeitskreises und gleichzeitig auch des Stadtarchives, wir platzen aus allen Nähten.....

Aus meinen gesammelten Daten über die Kötztinger Häusergeschichte kann nun im Laufe der Jahre auch der eine oder andere Kleinband entstehen, im letzten Jahr machte ich mit der Wiesmühle einen ersten Anfang.











So, das ist der eine Teil des "arbeitenden Arbeitskreises", es gibt aber noch eine andere Seite, die, die sich mit den Bildern, Interviews und Ausstellungen befasst, und hier kommen nun drei Frauen ins Spiel
Frau Brigitte Ertl
Frau Marianne Kretschmer und
Frau Christa Rabl-Dachs

Was von diesen Frauen in den letzten Jahren gesammelt, eingeordnet und für Ausstellungen zusammengestellt worden ist, ist Aller Ehren wert.
Nachfolgend nur eine Zusammenstellung deren Aktivitäten in den letzten Jahren.


  20 Jahre Arbeitskreis Heimatforschung

Ein Bericht von Marianne Kretschmer auch für Brigitte Ertl und  Christa Rabl-Dachs.



Im Oktober 2016 kann der Arbeitskreis ein Jubiläum feiern, er besteht nunmehr seit 20 Jahren. Das ist eine Gelegenheit für uns drei auf die geleistete Arbeit zurückzuschauen und die Erfolge zu offenzulegen..

Zur Vorgeschichte: Bereits vor der Gründung des AKH veranstaltete Brigitte Ertl Ausstellungen unter dem Motto 


Altbayerische Volkskunst” im alten Dirnberger-Haus (inzwischen abgerissen). 

In diesen Ausstellungen wurden Fotos von AltKötzting aus den Archiven Kretschmer und Rabl-Dachs teilweise als Dekoration verwendet oder auch als Sonderausstellung präsentiert. Die Ausstellungen und auch die Fotos fanden großes Interesse, so dass wir, Brigitte Ertl, Marianne Kretschmer und Christa Rabl-Dachs , im Jahr 1995 uns entschlossen eine größere Ausstellung zum Thema “Wirtshäuser in Kötzting” im Balkenzimmer im Haus des Gastes zu veranstalten. Die Volkskunst blieb erhalten, aber die alten Fotos erhielten mehr Platz . Wir gingen auf die Jagd nach passenden alten Fotos für diese Ausstellung, die geliehenen Fotos wurden von mir auf Diafilm reproduziert, Christa war der Hol-und Bringdienst, Brigitte sorgte für die Volkskunst und die passende Dekoration.

Der Erfolg und das Interesse der Kötztinger war so groß, so dass wir als Mini-Arbeitskreis Ertl, Kretschmer, Rabl-Dachs uns entschlossen weiterzumachen und gemeinsam in Gesprächen mit Dr. Dieter Casaretto und anderen spontan die Idee zur Gründung des Arbeitskreises Heimatforschung hatten.

Bei der Gründungsversammlung erklärten sich Christa und ich bereit mit der Sammlung von altem Bildmaterial fortzufahren, Christa kündigte Interviews mit alten Bürgern an und Brigitte bot sich an weiterhin alte Pfingstkranzl zu restaurieren, zu erforschen und zu dokumentieren.

Die Sammlung von alten Fotos wurde durch die späteren Ausstellungen erleichtert , bei denen Besucher angeregt wurden Bilder zur Reproduktion zu bringen, oder sie im Original dem Arbeitskreis zu schenken. Auch Nachlässe die nicht nur Fotos sondern auch Urkunden und anderes enthielten wurden übergeben. Alles wurde von uns beschrieben und in Datenbanken festgehalten, so dass ein Zugriff schnell möglich ist.

Alle Bildreproduktionen sind inzwischen auch digitalisiert. Die Bildbeschreibungen waren oft sehr zeitaufwendig, da ältere Bürger befragt werden mussten und es gibt immer noch viele Fotos zu denen uns Informationen fehlen. Wir (Christa und ich) haben inzwischen folgende Foto-Sammlung aufgebaut: 

Sichten - beurteilen - bewerten und einsortieren

2700 alte Fotos auf Diafilm reproduziert und inzwischen auch digitalisiert
600 digitale Reproduktionen,
1300 alte Originalfotos,
815 alte Ansichtskarten,

1400 Sterbebilder,
850 alte Pfingstfotos,
680 alte Rechnungen,

Unzählige Fotos und alte Unterlagen auch zu den Themen Kirche, Schulen, Krankenhäuser, Kindergarten,Künstler, Kultur, Vereine, Altlandkreis, Politik, Personen und andere, wurden geordnet und in Datenbanken erfasst, Fotonachlässe Siegfried Ehemann, Gottfried Wensauer, Erich Schwarz sowie viele kleinere Nachlässe wurden geordnet und aufgelistet, 2 große Nachlässe von Renate Serwuschok und KB Krämer haben uns sehr zu schaffen gemacht. Die Erfassung dieser beiden Nachlässe ist auf Grund der Menge und Vielfalt noch nicht komplett abgeschlossen. Ohne die Sammlungen dieser beiden Redakteure wäre das Archiv des Arbeitskreises um vieles ärmer.


3815 Datensätze Feldforschung zur Häusergeschichte Kötzting, Teil einer Häusergeschichte die immer noch ergänzt wird.

Interviews mit alten Kötztinger Bürgern (Christa )

Aus diesen Sammlungen wurden den folgenden Jahren jährlich Themenausstellungen zu “Alt-Kötzting” gestaltet. Die Ideen haben wir drei in vielen “Arbeitsessen” gemeinsam erarbeitet. Wir , die Fotoforscher, waren fleißig im Sammeln und arbeiteten im Archiv im Rathaus meist einen Abend pro Woche.
2006 Sortierarbeit im Keller des Rathauses

Brigitte arbeitete an den Pfingstkranzln zu Hause, hat viele Pfingstkranzl restauriert und dokumentiert und Details in der Technik der Klosterarbeiten, die sie beherrscht, nachgearbeitet . Die Vorbereitungen und die Organisation der Ausstellungen war weitgehend ihre Aufgabe, z.B. Beschaffung von passenden Gegenständen für die Dekoration , die Dekoration und die Werbung und Verbindung zu Presse, Funk und Fernsehen.So entstanden in gemeinsamer Arbeit viele Ausstellungen.

Ab 1996 waren es im Balkenzimmer im Rahmen der “Altbayerischen Volkskunst” von Brigitte begleitende Fotoausstellungen von Christa und mir zu den Themen

Pfingsten und Kinderfestzug und eine 2. Ausstellung im Herbst

zum Thema Schulen , Holzapfelschule und Nähschule im Josefsheim,

Alte Holzapfelschule in der Holzapfelstraße, jetzt Parkhaus
Hufschmied Hans Kuglmeier



1997 Pfingsterinnerungen und Hufschmied




1997 ” Von der Wiege bis zur Bahre” mit Dokumentation über den Lebzelter und passender Dekoration

Familie Krämer



Familie Liebl Lebzelter




















Pfingstbrautpaar 1940 Vitus Oexler - Maria Oexler (Kellner)



















Schnitzschule Kötzting, Bahnhofstraße um 1900
  1998 im Frühjahr Pfingstbrautpaare

 

Viele Fotos waren im Original als Leihgaben im geschnitzten Rahmen . Dazu ein Vortrag von Ludwig Baumann “100 Jahre Schnitzschule”.

 









Im Herbst “Gsottn , brotn , bacha” mit Rezepten aus der Region Kötzting und alten Küchenutensilien, mit Fotos als Dekoration. Das Bayr. Fernsehen war, wie bei einigen anderen Veranstaltungen,auch da.
Frau Auguste Pleier in der Küche
  





































1999 "50 Jahre Volksfest Kötzting"    dazu "Küfner, Schäffler und Binder"


Der “ Wührbinder” Hans Costa brennt ein Bierfass aus.
 

Das Dirnberger-Haus mit gestapelten Fassdauben

 ausserdem im Herbst die Ausstellung “Kramer- und andere Laden “ mit vielen Fotos von alten Läden und mit alten Einrichtungsgegenständen. Zum Abschluss gab es einen Diavortrag.


Im Laden Gerstl in der Bahnhofstraße mit Gerstl Fanny und Tochter Fannerl, jetzt Seiderer.



  
2000 gab es wieder 2 Ausstellungen . Im Frühjahr war das Thema “ Pfingstreiter einst und jetzt” mit Fotos aus den Archiven Kretschmer, Kötztinger Umschau und Arbeitskreis,


Brotzeit in Steinbühl


im Herbst “Bäcker, Metzger, Müller” mit vielen zu diesem Thema neu gesammelten Fotos.




1932 Vor der Metzgerei Oberberger

Metzgereipreise zu DM Zeiten



Nur durch viel Arbeit und die harmonische Zusammenarbeit von uns drei Ausstellungsmacherinnen (auch als Trümmerfrauen bezeichnet) war diese Vielfalt möglich.  
2001 gab es eine Ausstellung “ Familien-Feiern- Feste” mit Bildern aus den Fotoalben Kötztinger Familien,
Hammermühle bei Familie Greß














Familie Wilhelm Oexler










1925 Weihnachten beim Huber Drechsler















 


2002 “zwoa rechts 2 zwoa links” mit alten Handarbeiten


 
2003 “50 Jahre Stadterhebung” und Pfingstkranzl 1953 - 2003




Pfingstkranzl von 1959 Theo Heigl

 2005 “Gruß aus Kötzting” alte Ansichtskarten von Kötzting











2007 Pfingstkranzl 1840 bis 1925




Pfingstkranzl von 1884 Franz Decker


 

2010 925 Jahrfeier Stadt Bad Kötzting mit der Ausstellung “Bürger Häuser und Geschichte(n)” mit 80 Schautafeln zu 175 Häusern. Die Vorbereitung im Keller des Rathauses war ein echter Kraftakt . Es hat sich aber gelohnt, der Besuch war überwältigend. Ludwig Baumann und Clemens Pongratz haben mit historischen Textbeiträgen diese Ausstellung ergänzt.

Ausstellungseröffnung 2010













Das Leichenhaus im alten Friedhof existierte bis 1966


 

 Im November.…und das ewige Licht leuchte ihnen“ .mit Sterbebildern , Grabreden, Todesanzeigen aus alter Zeit.














Alle Ausstellungen wurden begeistert von den Kötztingern angenommen, es gab bis zu 1000 Besucher pro Ausstellung. Die verschiedenen Pfingstkranzlausstellungen mit Fotos von den dazugehörigen Pfingstbrautpaaren haben sich die Kötztinger immer wieder gerne angeschaut.

Besonderes Publikumsinteresse fanden 2012 die aufwendigen Jubiläumsausstellungen “600 Jahre Pfingstritt” im Balkenzimmer in Zusammenarbeit mit Dr. Casaretto, der die historischen Daten und Texte vorbereitete . .

2012 Ausstellung 600 Jahre Pfingstritt und die große Kranzlausstellung in der Jahnhalle mit den immer wieder ergänzten Bildern der Pfingstbrautpaare Diese Ausstellung war auch die Grundlage für das Buch “Kötztings Bürgerstolz” von Brigitte Ertl. Weil das Vorhandensein so zahlreicher Pfingstkranzl einmalig und nebenbei eine logistische Glanzleistung war, ergab sich die seltene Gelegenheit alle vorhandenen Kranzl zu fotografieren, Die Fotografin Eva Maimer leitete , natürlich auch ehrenamtlich, die Fotoaktion.








Ablauf : Glaskasten öffnen, Kranzl entnehmen, für die Aufnahme aufbauen, Fotos machen , Kranzl wieder in den Glaskasten, Kasten schließen.

Alle Ausstellungen haben viel Arbeit mit sich gebracht, wir waren Gott sei Dank zu dritt und hatten auch noch viele freiwillige Helfer. Ihnen herzlichen Dank.
 

Pfingstbraut 1912 Marie Liebl am Pfingstdienstag
Für die Fotosammler gab aber auch noch andere Aufgaben. Aus der Sammlung wurden Bilder ausgewählt und für folgende Buchveröffentlichungen zur Verfügung gestellt :

50 Jahre Stadt Kötzting 2003
600 Jahre Pfingstritt 2012 Buch “Pfingstkranzl “ Kötzting Bürgerstolz” 2012
Fotos Eva Maimer, Fotos der Pfingstbrautpaare aus dem Archiv Kretschmer und Archiv Arbeitskreis
Broschüre zur Ausstellung “Pfingstbrautkleider” von Anna Schötz und Carola Silberbauer














Brauchtum im Bayer. Wald von Dr. Haller 2015 

 

Ostmarkonkel Conrad Krämer mit Pfingstl vor dem Marienbrunnen


3 Bücher des Bezirks Oberpfalz 2002 und 2003

Als bisher letzte Veranstaltung gab es im Frühjahr 2016 eine sehr gut besuchte Power-Point- Präsentation im neuen Sinocur Hörsaal mit 180 ausgewählten Fotos aus der Fotosammlung des Arbeitskreises zum Thema “Altes Handwerk in Kötzting“. Auch das hat viele Arbeitsstunden erfordert.

1949 Sattlermeister Ludwig Barth mit Gesellen

Die Arbeit geht weiter, neue Ideen sind in unseren Köpfen und wir hoffen weiterhin auf die Unterstützung und Mitarbeit der Kötztinger Bürger, ohne deren Entgegenkommen wir weder die Sammlung noch die Ausstellungen hätten realisieren können.

Vielleicht ist dieser Blog eine Anregung für die Leser in Keller, Speicher und Schachteln nach alten Fotos und Fotoalben zu schauen und diese entweder zur Reproduktion an uns zu geben (mit schneller Rückgabe) oder sie dem Arbeitskreis Heimatforschung als Schenkung zur Archivierung überlassen.



Brigitte Ertl, Christa Rabl-Dachs, Marianne Kretschmer


Unsere Zusammenarbeit für das Archiv des Arbeitskreises Heimatforschung war immer gut und wird es hoffentlich noch lange bleiben.


Nun noch einen Links zu den Veröffentlichungen:
Vorbericht der Kötztinger Umschau