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Sonntag, 28. Dezember 2014

Kötzting im Jahre 1905


Eigentlich ist es ja eine Art Wiederverwertung bzw. Recykling, was ich hier betreibe. Die Pfingstbeilage "Kötzting vor 100 Jahren" kann ich hier zwar ein zweites Mal verwerten, allerdings, und das ist hier das Wichtigste, ich bin an kein Zeilenvolumen gebunden und ich kann soviel Bildmaterial einbringen wie ich möchte. Und diese Vorteile kann ich hier wirklich weidlich nutzen. Auch Kleinigkeiten, die ich in der Pfingstbeilage eher unter den Tisch fallen lasse, können hier wieder mitaufgenommen werden. Heuer z.B. die Widmung der Holzapfelstraße oder die neue Schubleiter der Feuerwehr Kötzting.
Im Endeffekt entsteht hiermit eine kleine, bebilderte, Chronik Kötztings.
Ich habe viel Unterstützung durch tolles Bildmaterial erhalten und möchte mich ausdrücklich bei Michi Zilk, Michael Traurig und bei unserem Arbeitskreis Heimatforschung also Frau Rabl Dachs und Frau Kretschmer bedanken, die mir schnell, teilweise blitzschnell, Bildmaterial zugeliefert haben. Also nun gehts los:


Kötzting vor 110 Jahren

Das Jahr 1905

Wie eine Mischung aus BILD und Kötztinger Zeitung erscheint aus heutiger Sicht der frühere Kötztinger Anzeiger[1]. Er brachte – auf ein und derselben Seite -  sowohl die Nachrichten aus der großen weiten Welt als auch die alltäglichen Kleinigkeiten aus der näheren Umgebung. In der ersten Ausgabe des beginnenden Jahres 1905 wurde noch von den letzten Neuigkeiten rund um den Jahreswechsel und um Weihnachten berichtet.
So erzählten die Neukirchener, dass im nahen Rothenbaum in Böhmen während der Christmette eine „solemne Rauferei“ mit Messern und Revolvern ausgetragen worden war, in Folge derer die Andächtigen in wilder Flucht aus der Kirche geeilt waren.
Chamerau amüsierte sich über einen Mann, der allein dadurch bereits Aufsehen erregt hatte, dass er nach der Messe am Stephanitag mit einem Strohhut durch die Menge am Friedhof geschritten war. Wenn man keine Nachrichten hat, dann muss man sich eben welche machen.

Donnerstag, 27. November 2014

Ein Sommerthema in der Adventszeit....

so wie ich im vorigen Jahr im Hochsommer zur Abkühlung die Bilder von Eis und Schnee gebracht habe, möchte ich pünktlich zum Start der Weihnachtsmärkte und der Adventszeit  ein Spezialsommerthema zusammenstellen.


Achtung Smartphones können vermutlich die Filmsequenzen nicht darstellen........ auf dem PC funktionieren sie.....

Im Jahre 1965 drehte Wensauer Gottfried einen Film über unser damaliges quicklebendiges Schwimmbad. Kurze Szenen aus diesem Werk sollen ein wenig diese alte Zeit aufleben lassen.
Der Hauptgrund ist allerdings ein tragisches Unglück in diesem Spätsommer: das verbliebene Hauptgebäude in unserem alten Kötztinger Schwimmbad ist abgebrannt und damit bleiben uns nur noch unsere Erinnerungen an, ja an was,
eine unbeschwerte Jugendzeit
ein generationsübergreifender Treffpunkt für alle Kötztinger
für jede Altersstufe und für alle "Interessen" ein eigenes Platzerl auf dem großen weitläufigen Gelände.
an ein SAUKALTES Wasser und daher täglich getürkte Wassertemperaturmessungen durch die Frau Krämer in ihrem Kartenhäuschen.
an die "Binken"löcher in dem Umkleidetrakt
und und und ......



Achtung Smartphones können vermutlich die Filmsequenzen nicht darstellen........ auf dem PC funktionieren sie.....
das Plantschbecken mit geschätzten 35 Grad und  schlammbraunem Wasser, bestens geeignet auch für die Schwimmer, weil man mit blauen Lippen - wegen der Flusstemperatur - sich in die Brühe legen und wieder aufwärmen konnte. Die Dame mit den weißen Haaren am Beckenrand ist meine/unsere "Tante" Lene ein fester und jahrzehntelanger  Bestandteil unserer Großfamilie - Kochen, Beeren sammeln und auf die Kinder aufpassen waren ihre Hauptaufgaben - vermutlich ist meine Schwester eine der plantschenden Kinder im Becken
 

Daher mache ich mich nun auf die Suche nach Material über unser altes Schwimmbad, wenns denn dann schon draußen kalt und ungemütlich wird, dann soll es uns eben innerlich warm werden mit unseren Erinnerungen an.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

und weiter mit dem Flugzeug....Luftbildaufnahmen aus den 60er Jahren




Zwei Gründe für die neuen Luftaufnahmen,
erstens ich komme zur Zeit nicht dazu einen längeren Text zu recherchieren und zu schreiben und zweitens zeigt meine Zugriffsstatistik, dass auf die Luftbilder sehr oft aufgerufen worden sind. Also:
Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.... weiter gehts mit ein paar leichten, einem etwas schwereren und einem Bild, das ich auch nicht erkennen kann und daher Schützenhilfe benötige:

Los gehts mit einer Aufnahme der Kategorie leicht:




ein Werk, das heute noch existiert, auch wenns natürlich baulich moderner geworden ist, der Platz am oberen Bildrand sollte zusammen mit dem Fluß eigentlich die Orientierung erleichtern.

Kategorie: ich habe keine Ahnung, ich wüsste selber gerne wo dieses Anwesen liegt. Korrektur: Dank Mühlbauer Annemarie und unserem Kurdirektor Sepp Barth weiß ich jetzt auch wo das ist.....

links siehts aus, wie bei einer Betonmischanlage.... großes Fragezeichen


Kategorie mittel:

eine Firma, die es natürlich auch heute noch gibt.....
 Kategorie leicht...
es steht ja am Haus dran um was es sich handelt, schön zu sehen der alte Werkskanal und oben der Neubau der Straße Kötzting-Blaibach

Kategorie mittel

diese Fabrik gibt es nicht mehr, hat aber an dieser Stelle mehrere hundert Jahre lang existiert, schon der junge frühere Kammerer(=Bürgermeister) von Kötzting Wolfgang Samuel Luckner hatte hier die Oberaufsicht im 18. Jahrhundert
viel Spaß beim Rätseln, die Auflösung schreibe ich erst in ein paar Tagen in die Tags hinein um es nicht zu einfach zu machen.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Weil´s so schön war .....

Nachdem die Rätselluftaufnahmen zwar ein wenig tückisch aber dennoch lösbar waren, habe ich gestern im Stadtarchiv bei der Suche nach Material für einen Vortrag einen Plan gefunden, der mich zuerst zögern lies die Situattion eindeutig zu beurteilen.
Dann aber gabe die Legende im Plan einen Hinweis nach dem anderen un dald war dann doch  klar, wo die dargestellte Situation in Wirklichkeit lag.
Hinweise zum entschlüsseln:
Die Namen der Hausbesitzer stimmen nicht mehr mit den heutigen überein - trotzdem helfen die Beschriftungen weiter.
Mal schauen wo in der Kötztinger Altstadt dies sein könnte:

Plan
zur Anlage eines Türeinganges und Freitreppen Stuffen
für dem Wohnhause von D. Mangold Buchdrucker
von Kötzting

Wiese von Gg Hastreiter      Garten von Windorfer
Wohnhaus des D. Mangold    Straße
Garten vom Schulhause     Gebäude von A. Dreger



Wie wohl auch heutzutage noch üblich, hat der Hausbesitzer seinen Hauseingang einfach gebaut, ohne den Grundbesitzer, den Markt Kötzting, zu fragen. Nun erfolgt die Anzeige durch den Kötztinger Polizeidiener Michael Fischer.

Kötzting 26. September 1878     auch dies ist ein wichtiger Hinweis

Zum Magistrat Kötzting
Betreff: Bauen auf Gemeindegrund ohne Erlaubnis

Der Unterzeichnete bringt auf Grund seines abgelegten Dienstes Eides gehorsamst zu Anzeige, daß Dominikus Mangold Buchdruckereibesitzer von Kötzting  an seinem Hause eine steinerne Stiege auf dem Gemeindegrund anlegte ohne das er Mangold hiervon Erlaubnis hat
gehorsamst Michael Fischer   Polizeidiener

mal schauen, wie lange es dauert, bis das Rätsel gelöst ist.....und
P.S. die Rechte an den Bildern liegen beim Stadtarchiv in Kötzting
Viel Spaß

Dienstag, 30. September 2014

Ein paar Suchbilder

Im Frühjahr 2013 wurde der Stadt Bad Kötzting angeboten einen Stapel Luftaufnahmen anzukaufen.  Auch wenn wir diese Motive von anderen Bildern her kannten, so waren doch zweierlei Aspekte interessant. Zum ersten waren es Farbbilder und zum zweiten wurde diesmal vor allem die Umgebung Kötztings aufgenommen. Eine Serie von Luftaufnahmen der Innenstadt befindet sich bereits im Besitz der Stadt.

Nachdem sich in den letzten Wochen noch dazu erwiesen hat, dass die Blogeinträge mit Bildern VIEL mehr Interesse geweckt hatten. als die komplexeren Textbeiträge, möchte ich diesmal einige der besonderen Bilder vorstellen.

Natürlich kennen wir die dargestellten Objekte, trotzdem gibt es bei dem einen oder anderen Bild sicherlich einen "Aha" Effekt bzw. dauert es halt eine Weile, bis man anhand von vorhandenen Geländemarken das Areal zuordnen kann:
Viel Spaß beim Raten:
Übrigens die Bilder sind undatiert, stammen aber wohl aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts.


ein paar Häuser stehen noch heute an dieser Stelle, v.a. das Bürogebäude
abgerissen und eingeebnet - aber einmal Kötztings Gruß an die Welt

schon im 15. Jahrhundert erwähnt

der Firmenchef, ein besonderes Orginal, auch wenn er kein gebürtiger Kötztinger war

hier habe ich am längsten gebraucht, bis ich mir sicher war, eigentlich unglaublich
Viel Spaß beim Anschauen - im November kommt dann der Teil Jugend in Kötzting (III) - oder wieder Bilder, wenn ich nicht dazu komme ;-))

Sonntag, 31. August 2014

Jugend in Kötzting (II)


 Mit dieser Einweihungsfeier endete der Juliblog, hier noch ein paar - für Pfadfinder eindrucksvoolle - Bilder der Einweihungsfeier. Deutlich zu sehen, daß viele Ehrengäste daran teilgenommen hatten. Der nun doch sehr freie Burggraben der Kirchenburg machte damals noch einen finsteren bzw. heimeligen Eindruck.

deutlich zu erklennen, beide Fahnen wurden noch be/genutzt



















rechts Pfarrer Dietl
Die teilnehmenden Festgäste, vielleicht erkennt jemand den einen oder den anderen, ich wäre für jeden Hinweis dankbar.
GR Herr Pfarrer Dietl, damals gab es ja noch keinen Stadtpfarrer - Kötzting wurde erst 1 Jahr später zur Stadt erhoben - nahm die Einweihung des neuen Jugendheimes vor.











Anlässlich der Einweihung waren auch viele auswärtige Pfadfinderstäee eingeladen worden und diese hatten im Schlossgraben ihr Zeltlager aufgeschlagen.













das Pfadfinderlager im Burggraben, der neugierige junge Mann, vorne rechts, soll lt. Brandl Wick ein Höcherl von der Sagmühle sein.
1955 erhielten die Kötztinger dann hohen Besuch aus der Pfadfinderschaft, der Regensburger Diözesankurat Florl und der Landesfeldmeister Galli, - noch heute ein Begriff in der ostbayerischen Pfadfinderschaft - besuchten den Kötztinger Stamm. Diese verbindung sollte vor allem wegen der Althütte auf dem Arber später gute Früchte tragen.

Der Diözesankurat Karl  Florl und der Landesfeldmeister Emil Galli. rechts außen wieder Brandl Ludwig, zentral Kuglmeier Hans, links von ihm Ziesler Franz. Rechts ausßen Brandl Wick und links neben ihm der Koorperator Fritz Haltrich. Auch hier bin ich über jeden Hinweis dankbar, wer die anderen Personen sind.



Wie Eingangs bereits erwähnt erfolgte die Gründung des Pfadfinderstammes aus der allgemeinen katholischen Jugend heraus. Wie sehr diese beiden Gruppierungen verflochten und verwoben waren, sieht man am besten am zentralen Bild der Einweihungsfeier des Hungerturms, bei dem die Türe von zwei Fahnenträgern flankiert wird, links die Fahne der katholischen Jugend und rechts die der Pfadfinder. Diese beiden Gruppierungen zusammen - erneut ist Pater Augustin Bötcher federführend - erarbeiten zusammen mit dem Lehrer XX ein Theaterstück, den JEDERMANN von Hugo von Hofmannsthal und führen dieses Schauspiel im Hochsommer 1949 an der Kirche vor der St. Anna Kapelle auf.











das Ensemble, rechts Pater Augustin, links
Obere Reihe von links: 1. Fischer Pepp (RA-Sohn) 2. Mühlbauer Annelies (Schuhgeschäft Marktstraße) 3. XX Schwester von Simml Max aus Beckendorf) 4. Foerster Heini (LRA/FWV) 5. Schelenz Irene (Lindner) 5a Heiduk Alfons oder Hans 6. X.X. Hauptdarsteller wohnhaft in Beckendorf) 7. Lickleder Helmut "Jedermann" 8. Attenberger Ludwig (Notar) 9. Mühlbauer Hans (Bergfrieden) 10. Teufel 11. Brandl Ludwig Requisiteur
Zweite Reihe von links: 1. Rektor Röhrich, Lam Regisseur, 2. Heiduk Magda, 3. Sperl A. (Mannig) 4. X.X. 5. Heiduk Klaus, 6. Stadler Lina (Miethanner) 7. Kaminski (Bruder Viktor) 8. Schmidl Lisbeth (jetzt Cham) 9. Liebl Hilde (Lebzelter/Bahnhofstraße) 10. Pater Augustin
Untere Reihe von links sitzend 1.XX, 2. XX 3. Sobania (+Kind) 4. X.X und Kind
5. Gruber Ferdl (Hammermühle) 6. ein Gietl 7. Schmiel Kurt  (Teufelchen)



eine himmlische Szenerie







der Mammon






und es hat ihn erwischt

























Nachdem der Beginn der Kötztinger Pfadfinder sich im Zeitraum 1946/1947 abgespielt hatte, ist es verzeihlich, dass das 10 jährige Jubiläum 1956 eigentlich um 1 Jahr zu früh angesetzt worden war.
10 stolze Jahre war zu feiern und die Pfadis luden die benachbarten Stämme ein und viele, viele kamen.
Der eng befreundete Stamm in Amberg brachte seinen Spielmannszug mit - und oh Wunder, die hatten Fanfaren dabei - und dieser zog mit klingendem Spiel durch die Kötztinger Straßen. Viele der Kötztinger Pfadfinder waren auch bei der Kötztinger Feuerwehr und so kam diese - es war allem der unvergessene Barth Schorsch - auf den geschmack, die eigene Trommlergruppe des Spielmannszuges der Kötztinger Feuerwehr auch mit einem Fanfarenzug zu ergänzen.
Gesagt, getan,


für mich eines der beeindruckendsten Bilder des Stammesjubiläums, Pfadfinder - entweder im Gegenlicht oder im Morgengrauen - vermutlich wegen des Sonnestandes beides auf dem Marsch zur Veitskirche


das war natürlich etwas ganz anderes, solch eine stolze Fanfarengruppe wollten die Kötztinger Feuerwehr für ihren  Spielmannszug auch haben, aus dem Wunsch wurde dann Wirklichkeit,


Der damalige Stammesführer Hans Kuglmeier
hat an seiner Fanfare immer noch den Stammes/Sippenwimpel befestigt. Dieser erste Kötztinger Fanfarenzug war eine Errungenschaft der Kötztinger Pfadfinder und wurde danach von der Freiwilligen Feuerwehr übernommen

der Umzug beginnt
































Den Gottesdienst in der Veitskirche hielt der Kötztinger Pfadfinderkurat Haltrich, der Stammesführer war damals Hans Kuglmeier und der Feldmeister war Brandl Ludwig.

Nach dem Gottesdienst formierten sich die eingeladenen Pfadfinderstämme zu einem Festzug durch die junge Stadt.




immer dabei und beachtet, der Fanfarenzug der Amberger Pfadfinder


am Abend im Zeltlager dann der Fahnenapell, hier mit Kurat, Stammesführer und Feldmeister

ich wäre dankbar über jede Zuschrift, um so viele Personen wie möglich zu identifizieren

Mittwoch, 30. Juli 2014

1914 .... der Wahnsinn beginnt

vor 100 Jahren begann der erste Weltkrieg.

Mit dem Attentat in Sarajewo begann eine verhängnisvolle Entwicklung. Für alle handelnden Seiten war damals Kriegsführung nicht nur eine Option unter vielen, sondern stand offensichtlich ganz oben als die Lösung vieler Probleme, die die Nationen bzw. die Staaten untereinander zu haben schienen. Viel wurde darüber geschrieben, mehrere Generationen von Historikern der verschiedenen Lager diskutierten über die Kriegsschuldfrage, je nach Lesart war Deutschland mal der alleinige Hauptschuldige oder bei anderen Autoren, durchaus auch der angelsächsischen Länder, eben doch nur eine von mehreren Parteien, die sich am Ausbruch des Krieges schuldig machten, unfähig, sich in die Motive und Wünsche der Gegenseite hineinzuversetzen.


Nun, wie auch immer, Kriege werden immer von Denen da oben angerichtet, aber grundsätzlich von uns da herunten durchlitten und so mußten auch unsere Kötztinger Vorfahren in den Krieg ziehen und viele blieben auf französischen Schlachtfeldern liegen, viele - auch wenn sie zurückkamen - waren verwundet an Körper und Seele.



Obwohl Kötzting zu dieser Zeit bereits seit vielen Jahren eine eigene Tageszeitung - den Kötztinger Anzeiger - hatte und dieses Blatt auch in München bei der Staatsbibliothek archiviert ist, so fehlen doch aus all den vielen Jahren des Erscheinens gerade die zwei kompletten Jahrgänge von 1914 und 1916. Hier kann nun die Further Tageszeitung: Der Bayerische Wald" einspringen, da die offiziellen Veröffentlichungen verpflichtend für alle Organe war. Wir können also davon ausgehen, dass die Kötztinger Bürger exakt dieselben Mitteilungen und Befehle erhalten haben wie die Further Bürger.




Der Krieg selber begann mit dem Ausrufen des Kriegszustandes in Deutschland am 1. August 1914. Frankreich und Deutschland befahlen die allgemeine Mobilmachung dann am 2. August. Auch wenn Deutschland schon viele Jahre im Schatten einer kriegerischen Auseinandersetzung gelebt hatte, so war es doch eine 45 Jahre andauernde Friedenzeit, die nun mit einem Schlag zu Ende ging. Für die Bevölkerung vor Ort kamen nun fast täglich neue Befehle, Anordnungen und Beschränkungen.


Als erstes noch vor der offiziellen Erklärung des Kriegszustandes wurde schon am 31. Juli davor gewarnt, im Kontakt mit Ausländern Informationen preiszugeben und es wurde darauf hingewiesen dass mit Verhängung des Kriegszustandes ein verbringen von Pferden in einen anderen Verwaltungsbezirk verboten sein solle. Dann ging es Schlag auf Schlag:










Mittwoch, 2. Juli 2014

Jugend in Kötzting (I)

 Kötztinger Pfadfinder  1947-1966

die Anfänge



Jugendarbeit ist früher wie heute stark an Vereine gebunden, viele Vereine betrachteten aber die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer schon als Mittel zum Zweck, Jugendarbeit also, um spätere aktive Vollmitglieder zu bekommen. Organisierte Jugendarbeit als Selbstzweck ist aber eher selten und so stehen die Kötztinger Pfadfinder der Nachkriegszeit als herausragendes Beispiel für solch eine selbstlose Jugendarbeit eines kirchlichen Verbandes. Wie stark der Erfolg solcher Bemühungen dann doch an Personen gebunden ist, zeigt das schnelle Aufblühen und das jähe Verschwinden des Pfadfinderstammes Kötzting im Zeitraum von 1947 bis 1966. Vieles ist den Kötztinger Pfadis damals gelungen, besondere Projekte wurden in Angriff genommen und erfolgreich durchgeführt, am Ende scheiterten Sie aber am fehlenden Verständnis für solch einen selbstlosen Einsatz für die Kinder.  Besonders der, auf Pfarrer Dietl folgende, Stadtpfarrer Augustin entzog den Pfadis die notwendige Unterstützung und beendete damit, trotz bestehender langfristiger Verträge, das pfadfinderische Leben in Kötzting.
Doch der Reihe nach.....

Selber seit vielen, vielen Jahren bei der Pfadfinderschaft Sinzing aktiv, bekam ich von einigen Kötztinger Bürgern, die dies im Lauf der Jahre mitbekommen hatten, häufig Hinweise auf ein aktives pfadfinderisches Leben in Kötzting in den Nachkriegsjahren.
2009 plante mein Sinzinger Stamm sein Stammeslager in Grub und eine Gruppe junger Pfadfinderinnen sollte die Geschichte der Kötztinger Pfadfinder erarbeiten und einige Interviews und Berichte erstellen.

Sehr schnell war es uns dann klar, dass viele der, heutzutage älteren, Kötztinger Bürger in den 50er Jahren bei den Kötztinger Pfadfindern waren und immer wieder fielen dabei auch zwei einzelne Namen:

der Brandl Wick und der Pater Augustin. 

Also war die erste Aufgabe schon mal einfach, 2009, ein Termin beim Brandl Wick und dieser hatte in seiner damaligen Wohnung in der Bahnhofstraße eine ganze Menge an Materialien des früheren Kötztinger Stammes bereitgerichtet. -- Zum Glück habe ich bei diesem Termin einiges sogleich fotografiert, denn vieles von diesem Material ging Jahre später beim Umzug Wicks in seine neue Wohnung durch Unachtsamkeit des Umzugspersonals komplett verloren. ---
Ludwig Brandl
















1948 beim Pfingstbräutigam von links der Brauterer
Dattler Buberl, Begleiter Clemens Pongratz
und dann Pater Augustin



Pater Augustin bei der Verleihung
der Ehrenurkunde 1956 durch Brandl Wick

















 

 

Freitag, 20. Juni 2014

Der wilde Pfingstritt



Der „wilde“ Pfingstritt im 18. Jahrhundert

Achtung: sehr, sehr textlastig  ;-)

 

Eugen Hubrich  schrieb um 1952 mit dem Manuskript: „Der Pfingstritt zu Kötzting“ eine volkskundlich- geschichtliche Würdigung unseres Traditionsrittes. In diesem Manuskript verwendet er Archivalien, die heutzutage  als verschwunden gelten. Diese  transskribierten Akten der Jahre 1783 und 1784, zusammen mit neueren Funden in den staatlichen Archiven, ergeben ein interessantes aber ganz anderes Bild vom Ablauf des Pfingstrittes im 18. Jahrhundert



Im Zusammenhang mit der Erstellung des Buches über und für den Jubiläumsritt 600 Jahre  Pfingstritt wurde ich von einem Kötztinger Redakteur gefragt ob man denn noch „etwas“ Neues, bisher Unbekanntes, über den Pfingstritt in den überregionalen Archiven finden könne, wenn mal nur noch mal so richtig suchen würde? Ich hatte es kategorisch ausgeschlossen, diese Wiese sei wohl schon vor 100 Jahren vollständig abgegrast worden und Neues könne sich da nirgends mehr verstecken. Nun manchmal täuscht man sich und fast genau zum Herausgabezeitpunkt des Jubiläumsbuches, das ja unseren derzeitigen/damaligen Wissenstand über den Pfingstritt und seine Feier bündeln sollte, kommt von unerwarteter Seite doch noch bisher unbekanntes Material zutage.





Doch der Reihe nach. Es gibt im Stadtarchiv einen Akt  über den Pfingstritt, der nur noch aus dem Umschlagsdeckel und der Signatur besteht. Der Inhalt ist seit langer Zeit verschwunden und nur durch vorbereitende Arbeiten des Kooperators Riederer im Zusammenhang mit dem 500er Jubiläumsritt 1912 – damals hatte der Akt noch einen Inhalt – wissen wir, dass es um Streitigkeiten von Kötztinger Bürgerssöhnen mit der Regierung in Straubing gegangen war. Bei Renovierungsarbeiten im Büro unseres Stadtpfarrers Mader tauchten plötzlich  zwei Manuskripte aus der Feder von Eugen Hubrich auf, der sich die Aufgabe gestellt hatte, die Entstehungsgeschichte unseres Pfingstrittes in volkskundlicher Hinsicht zu untersuchen und sehr fleißig sich in die Fachliteratur und Archivalien eingearbeitet hat. Das Manuskript ist im Jahre 1950/51 geschrieben worden.




Offensichtlich stand Eugen Hubrich, einem Oberstudienrat in Straubing und Leiter des Kötztinger Stadtarchivs,  der fragliche Akt noch zur Verfügung und anders als Kooperator Riederer 40 Jahre zuvor fasste Hubrich nicht einfach die amtlichen Schreiben zusammen, sondern transkribierte die meisten der Briefe wortwörtlich und gibt uns somit nicht nur einen ganz neuen Einblick in den Ablauf des Kötztinger Pfingstrittes vor dem Verbot desselben sondern gibt uns auch die Möglichkeit einen verschwundenen Aktenbestand in Teilen wieder zu rekonstruieren. Zuerst aber bleibt natürlich grundsätzlich ein Verdacht, da Hubrich als Leiter des Kötztinger Stadtarchivs und gleichzeitig Schullehrer in Straubing sich möglicherweise seine Arbeit dadurch erleichterte, dass er Materialien aus dem Archiv mit nach Straubing genommen hat. Eugen Hubrich, Kötztinger Ehrenbürger seit 1953,  ist zumindest, bis jetzt, die letzte Person, von der wir wissen, dass sie den Inhalt des Aktes gekannt hatte. In den Unterlagen, die im Stadtarchiv – als Nachlass Eugen Hubrichs – liegen findet sich aber nichts in dieser Richtung und eine Rückfrage bei seinen Erben blieb ohne Ergebnis.



Mittwoch, 28. Mai 2014

Kötztinger Kinderfestzug

Der Kötztinger Kinderfestzug,    ein Suchspiel......

Sieht man auf die Probleme, die wir im Arbeitskreis Heimatforschung bei den Bildern von - sagen wir mal - 1940 rückwärts in die Vergangenheit haben, jemanden zu finden, der uns die abgebildeten Menschen identifizieren könnte, dann ist es nur folgerichtig das Material nun zu bearbeiten, bei dem diese Schwierigkeiten eigentlich noch  überwindbar sein sollten.




Dieser Beitrag könnte sich also wirklich zu einem gemeinsamen Suchspiel entwickeln in dem die "Schwarmintelligenz" die Lösungen bringt. Es sind private Aufnahmen meiner Familie - meine Mutter hat da mal einen Farbfilm ausprobiert und doch ziemlich verwackelt, obwohl damals offensichtlich die Sonne geschienen hatte und somit eigentlich genügend Licht für scharfe Bilder vorhanden gewesen war. - Manche Personen sind mir bekannt, die allermeisten aber nicht und vor allem auch die Zuschauer im Hintergrund wären interessant.
Auch wenn die Bilder weder professionell gestaltet noch scharf gestellt sind, so zeigen sie doch durch ihre Farbigkeit ein paar liebenswürdige Details, die in den damals üblichen S/W Bildern nicht dargestellt werden können. So sieht man z.B. den damaligen Grasbewuchs (eigentlich war es Klee) auf dem Kötztinger Marktplatz vor dem Haus Nr. 30
Zuerst einmal aber sollen die paar Bilder wie bei den anderen Beiträgen auch einen Blick zurück werfen und das Kötzting unserer Kinderzeit lebendig werden lassen. Wem es Spaß macht an dem Suchspiel teil zu nehmen, der kann sich gerne beteiligen:


Also bei diesen Bildern gäbe es eine Menge zu klären und das könnte mit der Kommentarfunktion im Blog geschehen oder aber - der Beitrag wird wieder bei Facebook gelinkt - durch die Kommentare in FB.

Ich kann dann im Laufe der Zeit die einlaufenden Hinweise in diesen Text einbauen und so alles ergänzen und so können wir gemeinsam für den Arbeitskreis Heimatforschung die Personen benennen und speichern.

Zuerst die Jahreszahl, ich würde sagen 1964/65







Auf diesem Bild erkenne ich gleich gar niemanden. Schön zu erkennen, dass der Marktplatz in Kötzting teilweise mit Gras bewachsen war.
Wer waren die Kinder und wer der Lehrer?

Auch hier gilt es die Teilnehmer herauszufinden.

Wer ist das Pfingstbrautpaar und die beiden Begleiter, wer sind die Lehrerinnen und kennt jemand die beiden Zuschauer ?
Lt Anna Tham ist es die Frau Hofmann vom Spitalplatz


In der Mitte sind Annette Auzinger(Kühlmeier) und meine Schwester Christine (mit der Pfeife), vorne rechts könnte Miethanner Christa (lt Gartner Emma) sein.  Anna Tham hat dies bestätigt und sagt neben Christa geht Edeltraud Meier.
Die Vierergruppe im Hintergrund nach Anne Tham:
zuerst Sie selber mit Elisabeth ? und dahinter  Ulrike Pinzingre mit Maja Schiel



Im Hintergrund als Zuschauer von links: Frau Helene Peters und Mina und Franz Bauer




Erkennt jemand die anderen Zuschauer und Kinder?


Das Biedermeierbrautpaar und viele Kinder, Begleiter und Zuschauer sind gesucht



hier habe ich zwar eine Vermutung aber nix Gewisses weis man nicht, wer also waren die Käfer und die Lehrerin in lindgrün....



 Zigeunergruppe mit vermutlich Irlbeck Marianne rechts im Hintergrund, aber der Rest..und wer kennt man auch die Menschen am Straßenrand?

links: Christa Rabl-Dachs und ich glaube ganz rechts am Rande Frau Rabl, die Nachbarin meiner Kindheit. Mitte wieder Irlbeck Marianne


Und wer war der Kaiser von China und seine begeisterten Zuschauer?


Also nocheinmal, interessant für uns sind die Kinder, die Begleitpersonen UND auch die Zuschauer und vlt weiß jemand der selbst dabei war, in welcher Klasse er damals war und so bekommen wir auch die Jahreszahl raus, also viel Spaß...

Viele Fragen und noch eineinmal ein unterhaltsames Thema, bevor es dann in den nächsten zwei Monaten militärisch wird: 

100 Jahre Ausbruch des ersten Weltkrieges...